Donnerstag, 22. Februar 2018

Walmart enttäuscht im Jahresendspurt - Die Aktie ist teuer, bleibt aber ein solider Value Pick


Als Analyst von Walmart habe ich in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen der Aktie erlebt. Der heutige Ausverkauf mit Veröffentlichung der Q4 und 2017er Jahreszahlen markiert einen weiteren Tiefpunkt.

Dabei lief es zuletzt gar nicht mal schlecht mit der Aktie. Sie konnte mit dem Gesamtmarkt im vierten Quartal stetig neue All-Zeit-Hochs markieren.

Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung war wohl, dass Walmart mit seinen Online initiativen Erfolg zu haben schien und Amazon als dominierender Online Händler Paroli bieten konnte. 

Die Wachstumsraten schienen ähnlich gut wie beim großen Wettbewerber obwohl Amazon mit einem mehr als 10 mal so großen Umsatz schon uneinholbar schien. Was ist nun passiert?

Schwache Gewinnprognosen, Online Expansion belastet

Das Management von Walmart veröffentlichte seine EPS-Prognosen für das Geschäftsjahr 2019. Diese lagen zwischen 4,75 US-Dollar und 5 US-Dollar pro Aktie; zu wenig nach Ansicht der Märkte. Analysten schätzten einen etwas niedrigeren Wert, woraufhin die Aktie abgestraft wurde. Die Konsensschätzung lag bei 5,13 USD.

Ein Hauptauslöser für den Ausverkauf lag jedoch in dem der Rückgang der Online Wachstumsraten. Der Einzelhändler verzeichnete ein E-Commerce-Umsatzwachstum im vierten Quartal von 23%, verglichen mit 50% im dritten Quartal und 29% im Vorjahr. Aber das Wachstum sollte nach Aussagen des Managements in diesem Jahr wieder auf 40% ansteigen.

Die Zahlen wirken enttäuschend, besonders wenn man sieht, dass Amazon im vierten Quartal deutlich stärker gewachsen ist. Es scheint nach wie vor so, als wenn der klassische Einzelhandel keine Lösung gegen das Monster Amazon gefunden hat.

Das Wachstum auf vergleichbarer Fläche ist gut und zeigt die starke Dominanz von Walmart im Heimatmarkt USA

Die vergleichbaren Verkäufe je Fläche (Same Store Sales) wuchsen im vierten Quartal um 2,6%. Aus meiner Sicht ist dieser Wert sehr gut. Bedenkt man weiter, dass dies der 14. Anstieg im großen US-Markt in Folge war, so verdeutlicht es die Stärke von Walmart’s Marktposition. Was ist also der Grund für den tiefen Ausverkauf?

Aus meiner Sicht gibt es drei wesentliche Gründe:
- Eine hohe Bewertung, die nicht durch höheres Wachstum gestützt wird
- Verlangsamendes und nicht beschleunigendes Online Wachstum
- Die E-Commerce Expansion kostet Geld und drückt den Gewinn

Ich denke, der jüngste Anstieg des Aktienkurses von 70 Dollar auf rund 100 USD im Jahr 2017 wurde von der Hoffnung getrieben, dass Walmart ein Konzept gegen Amazon hat und sein eigenes Geschäft zu einem schnell wachsenden Multi-Channel System ausbauen könnte.

Diese Hoffnungen wurden mit dem aktuellen Bericht des vierten Quartals zunichte gemacht. Aber bedeutet es, dass Walmart in den nächsten Jahren kein wunderbares Online-Einzelhandelsgeschäft aufbauen kann? Definitiv nicht!

Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Bewertungen von Walmart:

Quelle: 4-traders.com

 
Für eine langsam wachsende Aktie wie Walmart, die den Umsatz in den letzten 10 Jahren um rund 30% gesteigert hat, ist das KGV zu hoch. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Gewinne nahezu gar nicht gewachsen sind. Der Gewinndruck durch die Online Expansion wirkt dabei zusätzlich belastend. Dieser kann auch als Grund gesehen werden warum Walmart die Dividende nur um rund 2% erhöht hat.

Fazit
Die Kapitalmarktteilnehmer sind sehr kurzfristig orientiert und auf beliebte Anlagethemen und Strategien fokussiert. Da die fundamentalen Zahlen eine klare Sprache sprechen zieht dies Spekulanten an, die auf einen sich verstärkenden Trend setzen.

Im konkreten Fall bedeutet es, dass man Walmart leerverkauft und Amazon im Gegenzug Long geht. Das Resultat: Amazon hat ein KGV von 100 und Walmart ein erwartetes von 19.

Dass solche Strategien auch mal kurzfristig ins Auge gehen können, haben wir bei den Short-Attacken gegen die großen Shopping-Mall Betreiber gesehen.

Zu einem langfristigen Verschwinden der klassischen Einzelhandelsmodelle, wie es jetzt ausgemalt wird, muss es nicht kommen. Denken Sie doch mal nach: Niemand verlässt in Zukunft mehr das Haus um Shoppen zu gehen.

Ich denke nicht, dass dies passieren wird. Mit Sicherheit wird mehr Online gekauft aber Ich glaube, die Zukunft ist eine Mischung aus beiden Geschäftsmodellen. Es ist einer Art Multi-Channel System. Amazon kaufte bereits Whole Foods als Ergebnis dieser Idee. Ohne physische Geschäfte wird man kein zukünftiger Spieler im Einzelhandel sein.

Die heutigen Zahlen von Walmart bieten Investoren nach wie vor kein großes Wachstum im gesamten Geschäftsmodell. Im Gegenteil hat sich gezeigt, dass die Expansion ins Onlinegeschäft sehr teuer wird und die Gewinne belastet.

Dennoch sollte man bedenken, dass die Zahlen nicht so schlecht sind, wie der Ausverkauf vermuten lässt. Wenn die Anleger die Bewertung für zu hoch halten, sollten sie ein paar Chips vom Tisch nehmen. Das steht ihnen zu, zumal die Bewertung bei steigenden Zinsen wenig Fantasie für Kurssteigerungen bietet. Walmart bleibt aber immer noch eine solide Wahl im Einzelhandel und bietet zusammen mit Aktienrückkäufen und Dividenden eine Aktionärsrendite von über 5%.

Sonntag, 18. Februar 2018

Dividendenwachstum der Woche – Applied Materials verdoppelt Dividende


In der vergangenen Woche erhöhten 38 Unternehmen die Dividende. Die stärkste Dividendenerhöhung kam dabei von dem weltweit größten Semiconductor Equipment Hersteller, Applied Materials (NASDAQ:AMAT).

Aktien mit Dividenden Wachstum in der KW 07, 2018 - Quelle: Eigene Recherchen

Das Unternehmen verdoppelte die laufende Quartalsdividende auf 20 US-Cents je Aktie. AMAT verzeichnet aktuell eine starke Nachfrage nach Flachbildschirmen und elektronischen Chips. 

Von der Bewertung gesehen wirkt Applied noch relativ günstig mit einem erwarteten KGV von 12,51. Man muss aber bedenken, dass es sich hier um ein sehr zyklisches Unternehmen handelt. 

Applied Materials ist auch ein guter Dividendenzahler, auch wenn die Rendite aktuell noch gering ausfällt. Das liegt aber daran, dass der Free Cashflow steig in Aktienrückkäufe investiert wurde. Das Unternehmen kommt auf 5 stetige Dividendenerhöhungen bis im Jahr 2015 die Dividende gleich blieb.

Günstig wirkt auch das biopharmazeutische Unternehmen Abbvie (NYSE:ABBV). Das Unternehmen ist aus der Abspaltung von Abott Laboratoires zu Abott und Abbvie im Jahr 2013 entstanden. 

Abbvie gehört auch zu den Unternehmen, die aktuell ein zweistelliges Gewinnwachstum für die nächsten Jahre erwarten lassen. Abbie zählt mit 6 stetigen Dividendenerhöhungen zu den Dividenden Challengern.

Als letzte gute Werte fallen Western Union (NYSE:WU) und T. Rowe Price (NYSE:TROW) auf. Western Union musste im Jahr 2014 eine Null-Runde beim Dividendenwachstum geben. Zuvor erhöhte der Zahlungsdienstleister 8 Jahre stetig die Dividende.

Besser managte der Asset Manager T. Rowe Price seine Dividendenzahlungen. Insgesamt wurde 31 Jahre lang stetig die Dividende erhöht. Trotz Gegenwind von passiven Vermögensverwaltern wie Blackrock (NYSE:BLK), profitiert T. Rowe aktuell von der guten Lage an den Finanzmärkten.

Insgesamt gab es 13 Unternehmen die aktuell noch ein erwartetes KGV von weniger als 15 haben. Hier ist die List mit den Werten:

Quelle: Eigene Recherchen, Finviz.com


Weitere große Unternehmen mit langer Dividenden Wachstumshistorie und guten Renditen sind aktuell Cisco Systems (NDAQ:CSCO) und Coca Cola (NYSE:KO). 

Freitag, 16. Februar 2018

Kraft Heinz – Schwache Zahlen drängen ein Engagement nicht auf

Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz (NYSE:KHC), aktuell der fünftgrößte Lebensmittel- und Getränkekonzern der Welt, meldete heute Zahlen für das Schlussquartal 2017.

Zusammengefasst verfehlte der Konzern die Umsatz- und Gewinnerwartungen. Trotz planmäßiger Fortschritte bei den Kostensenkungs- und Integrationsprozessen, bietet der Ausblick wenig Salz in der Suppe. Auch konnte der CEO, Bernardo Hees, keine nennenswerten Übernahmen im vergangenen Quartal verkünden, die das Unternehmen als Teil der Strategie auf ein neues Level bringen sollte.

Zum Hintergrund des Konzerns

Kraft Heinz ist aus der Fusion zwischen Kraft Foods und Heinz im Jahr 2015 entstanden. Die treibenden Kräfte hinter der Transaktion waren damals die bekannte Investmentgesellschaft 3G Capital und Berkshire Hathaway.

Die brasilianische 3G Capital hatte sich in der Vergangenheit durch größere Deals wie den Zusammenschluss von Anheuser Bush und InBev zu AB Inbev (NYSE:BUD) sowie Burger King und Tim Hortons zu Restaurant Brands International (NYSE:QSR) einen Namen gemacht. Markant ist der auf Kostensenkungen und Akquisitionen fokussierte Investmentstil.

Heute veröffentlichte Kraft Heinz die Quartalszahlen für das Schlussquartal Q4/2017. Dies sind die wesentlichen Highlights:

Q4/2017
- Organisches Umsatzwachstum von -0,6%
- Adjustiertes EBITDA +3,2% (währungsbereinigt +4%)
- Bereinigtes EPS -1,1%

Gesamtjahr 2017
- Organisches Umsatzwachstum von -1%
- Adjustiertes EBITDA + 2,3%
- Bereinigtes EPS +6,6%

Für das Jahr 2018 erwartet der Konzern ein profitables, organisches Umsatzwachstum. Die CAPEX sollen um weitere USD 170 Millionen reduziert werden, von USD 1,2 Milliarden auf USD 850 Millionen. Das bereinigte EBITDA lag bei rund USD 8 Milliarden im Gesamtjahr 2017.

Wie das Management urteilte:
"Mit unserer globalen Präsenz und finanziellen Stärke, denke ich, werden wir weiterhin Möglichkeiten schaffen, unser Portfolio zu erweitern", sagte Bernhard Hees, CEO von Kraft Heinz.

Quelle: Quartalsbericht Kraft Heinz Q4/2017, Seite 10

Quelle: Quartalsbericht Kraft Heinz Q4/2017, Seite 11

Der Druck einer großen Übernahme steigt

Trotz seiner langfristigen Schulden von USD 28,3 Milliarden ist Kraft Heinz weiter auf der Suche nach großen Übernahmezielen. Dabei steigt der Druck mit mangelnden Erfolgen.
Das letzte große Übernahmeangebot an Unilever im Wert USD 143 Milliarden wurde im letzten Jahr aufgrund von großen Widerständen zurückgezogen. Das Unternehmen bekleckerte sich damals nicht gerade mit Ruhm und zeigte damit, wie undurchdacht die Übernahmepläne eigentlich waren.

Seit der letzten Attacke werden stetig neue Zielunternehmen in der Finanzpresse genannt. Ganz oben auf der Liste stehen die bekannten großen Player wie Danone, General Mills, Colgate, Mondelez, Kellogg oder Clorox.

Bisher blieb Kraft Heinz aber eher zögerlich im Übernahmekarussell. Vielmehr konzentrierte man sich auf eine strikte Umsetzung der Kostensenkungsziele, was primär auch richtig ist. Hier kommt das Management gut voran und konnte die Einsparungen auf USD 1,7 Milliarden steigern. Problematisch kann jedoch die mangelnde Fähigkeit gesehen werden, aus Produktinnovationen ein organisches Wachstum zu zaubern.

Machen weitere gigantische Übernahmen überhaupt Sinn?

Hat man Vertrauen in die Strategie von 3G Capital, so macht eine Übernahme durchaus Sinn, sofern sie diszipliniert durchgeführt wird. Dass diese Vorgehensweise funktioniert, hat 3G schließlich schon bei AB Inbev eindrucksvoll bewiesen.

Rechnet man mit Synergien von 10% des Jahresumsatzes des zu übernehmenden Unternehmens, so wären es bei Unilever über 5 Milliarden gewesen. Allein das zeigt, wie groß das Potenzial einer Übernahme wäre.

Steigende Zinsen mahnen Anleger zur Vorsicht

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass in einer Phase von steigenden Zinsen, die Nervosität gegenüber Aktien mit hohem Verschuldungsgrad sehr groß ist. So kam es auch bei AB Inbev zu einem überproportionalen Ausverkauf während der Finanzkrise. Wer Vertrauen und den Mut besaß, wurde gut belohnt: Der Kurs verzehnfachte sich.

Bei Kraft-Heinz sollte man jedenfalls erst einmal abwarten was sich hier konkretisiert. Die Zahlen waren nicht überwältigend. Ein flacher Umsatz, fehlende Produktinnovationen, eine hohe Verschuldung und ambitionierte Bewertung machen die Aktie aktuell nicht attraktiv. Zudem leiden viele Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich unter einem schwachen Gesamtmarkt. Der Sektor bleibt jedoch aus Value Gesichtspunkten interessant.

Sonntag, 26. November 2017

Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind? Ein Gastartikel von Alexander Kelm

Heute gebe ich einen talentierten Value-Investing Blogger, Alexander Kelm, die Möglichkeit hier zu publizieren. 

Alexander schreibt für den Blog Value Investing Chronicle, in dem vieles über die großen Value Investoren wie Benjamin Graham, Warren Buffett, Charlie Munger, Joel Greenblatt, Mohnish Pabrai und Philip Fisher zu lesen ist. Besucht einfach mal den Blog.

Der heutige Artikel ist etwas mehr auf eure Interessen, den Dividenden und Wachstum, zugeschnitten. Es geht um die Thematik, warum Dividenden für Langfrist-Anleger so wichtig sind und welche Wirkungen der "Cost Average Effect" auf das Portfolio hat.


Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind?

Die meisten Anleger konzentrieren sich auf den Preis einer Aktie. Sie hoffen die Aktie günstig zu kaufen und wenn sie steigt mit einer hohen Marge wieder zu verkaufen.

Das solltest du erst gar nicht versuchen. Der Grund: Du bist nicht in der Lage, eine bestimmte Aktie auf lange Sicht an den Finanzmärkten mit Gewinn zu verkaufen. Das ist Spekulation und kein Investieren. Dafür solltest du dich lieber mehr mit den Dividendenausschüttungen der Firmen beschäftigen. Dividendenzahlungen realisieren dir ein passives Einkommen, das du jeder Zeit behalten oder in neue Aktien reinvestieren kannst.

Was sind überhaupt Dividendenzahlungen? Einfach gesagt, sind es ein Teil der erwirtschaften Gewinne eines Unternehmens, die an die Aktionäre jährlich oder quartalsweise pro Aktie aus- geschüttet werden. Zum Beispiel, wenn eine Dividende 50 Cent beträgt und du 100 Aktien besitzt, dann erhältst du 50 Euro Dividende. Wenn du 1.000 Aktien besitzt, erhältst du 500 Euro und so weiter.

Ein Einkommen fürs Leben

Momentan zahlen alle Unternehmen des S&P 500 ungefähr eine durchschnittliche Dividende von 2% an die Aktionäre aus. Einige der Firma in diesem Index zahlen höhere Dividenden, andere wiederrum keine. Darum liegt der Durchschnitt etwa bei 2%.

Wenn du ein Aktienportfolio von einer Million Euro hättest und dieses Portfolio spiegelt alle Unternehmen des S&P 500 wider, dann würdest du pro Jahr ein Einkommen von 20.000 Euro nur durch diese Aktien generieren. Das ist nicht schlecht, oder?

Mit der Zeit investieren vor allem Rentner in Dividendenaktien. Sie begünstigen am meisten die langweiligen Aktien mit überdurchschnittlichen Dividenden, wie zum Beispiel die Versorgungsunternehmen, Banken und Arzneimittelhersteller.

Für den Altersanleger sind die Dividendenzahlungen ein wichtiger Bestandteil seines Einkommens. Reinvestierte Dividenden und Anleihezinszahlungen sorgen dafür, dass sich ein gut geführtes Portfolio etwa alle zehn Jahre verdoppelt. Alle verdienten Euros werden reinvestiert und wachsen für dich weiter.

Automatisierter Vermögensaufbau

In der Zwischenzeit automatisiert sich der Cost Average Effect, den du benötigst, um das Investment-Spiel auf lange Sicht zu gewinnen.

Unternehmen können und werden Dividendenzahlungen kürzen, aber viele Blue-Chip-Firmen sind ziemlich stolz darauf, ihre Dividende jahrzehntelang ohne Unterbrechung gehalten und sogar stetig gesteigert zu haben.

Die Macht der Dividenden zu verstehen, gibt dir auf zwei Arten einen Vorsprung vor dem kurzfristigen Anleger. Du gerätst weniger in Panik, wenn eine Dividendenaktie im Nennwert fällt. Schließlich ist ein niedrigerer Preis eine Chance, mehr dividendenzahlende Aktien für weniger Geld zu bekommen.

Darüber hinaus dürfte sich der aktive Händler auf neue Unternehmen konzentrieren, die überhaupt keine Dividenden zahlen. Das ist einer der Gründe, warum die Blue Chips weitaus weniger volatil sind. Es gibt weniger heißes Geld, um sie zu jagen.

Für ein Rentenportfolio ist die Jagd nach Rendite Zeitverschwendung und ein sehr hohes Risiko. Betrachte stattdessen, wer seine Dividenden stetig zahlt, der lässt auch dein Portfolio stetig gedeihen. 

Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind? Ein Gastartikel von Alexander Kelm, Autor und Blogger von VALUE INVESTING CHRONICLE.

Donnerstag, 6. April 2017

Wikifolio Quartalsentwicklung Q1/2017

Das erste Quartal des Jahres 2017 startete erfreulich. So konnte der Dow Jones in den ersten drei Monaten um 4,55% zulegen während der S&P 500 einen Wertzuwachs von 5,53% aufwies. Der auf Wachstumswerte spezialisierte Nasdaq Composite konnte das erste Quartal mit fast 10% Performance beenden.

Quartalsentwicklung der Leitindices und EUR/USD;
Quelle: Googlefinance

Zinsen steigen, USD Aufwertungsdruck ebbt ab


Gegenwind kam etwas von der Währungsseite. Im ersten Quartal verlor der Dollar im Währungspaar zum Euro rund 1,31%. Der Dollar scheint damit in seiner Aufwertungsphase gegenüber dem Euro etwas an Stärke zu verlieren und schloss das Quartal bei 1,0644.

In Amerika steigen die Zinsen und Inflationserwartungen leicht an, die Zinswende ist bereits eingeleitet. Europa hinkt der ganzen Entwicklung auf volkswirtschaftlicher Sicht etwas hinterher. Mittelfristig tendieren die Märkte dazu stabil zu verlaufen.

Unternehmensbewertungen ambitioniert


Die Bewertungen der Unternehmen an den Aktienmärkten sind nach wie vor hoch. Nahezu wöchentlich werden neue Allzeit-Hochs erreicht.

Das Shiller-KGV liegt mittlerweile bei fast 30. Dieser Wert lag nur zwei Mal höher in der historischen Aufzeichnung der Börsenbewertungen: 1929 und 1999. Diese Entwicklung kann auch als Warnzeichen verstanden werden.

Das hohe Bewertungsniveau ist auch ein Ausdruck der Niedrigzins-Ära sowie des Quantitative Easing. Ein langsamer Ausstieg aus der Null-Zinspolitik sollte das Niveau wieder auf ein historisch erträgliches Level bringen. Dabei müssen die Aktienkurse nicht zwingend nach unten korrigieren.

Inflation und Wachstum, welche im Moment im niedrigen einstelligen Bereich die Volkswirtschaften anfeuern, könnten mittelfristig die Bewertungen wieder relativieren und etwas Luft aus dem Markt nehmen.

Wie sich die Wikifolios entwickelten


Beide Wikifolios konnten sich relativ gut der gesamten Marktentwicklung anpassen. So generierte das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ eine Performance im ersten Quartal von 2,21%. Die Gesamtperformance seit Auflegung beträgt 66,3%.

Das Wikifolio-Indexzertifikat „Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum“ erhöhte sich im Wert um 2,43% für die ersten drei Monate des Jahres 2017. Die Gesamtperformance seit Auflegung beträgt hier 58,63%.

FraSee Wikifolios; Quelle: Wikifolio.com


Käufe im letzten Quartal Q1/2017:

Im ersten Quartal habe ich wieder relativ wenige Aktien gekauft und war stärker auf der Verkäufer Seite. Hierbei habe ich lediglich für das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ ein paar neue Positionen aufgemacht. Die Cash-Quoten liegen nach wie vor zwischen 20 und 30 Prozent.

Einen Überblick über die Kaufaktivitäten findet ihr hier:

Werte durch Aktienrückkäufe
- Check Point Software Technologies
- Gilead Sciences
- Lear
- Assurant

Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum
Keine Käufe im ersten Quartal

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