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Donnerstag, 22. Februar 2018

Walmart enttäuscht im Jahresendspurt - Die Aktie ist teuer, bleibt aber ein solider Value Pick


Als Analyst von Walmart habe ich in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen der Aktie erlebt. Der heutige Ausverkauf mit Veröffentlichung der Q4 und 2017er Jahreszahlen markiert einen weiteren Tiefpunkt.

Dabei lief es zuletzt gar nicht mal schlecht mit der Aktie. Sie konnte mit dem Gesamtmarkt im vierten Quartal stetig neue All-Zeit-Hochs markieren.

Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung war wohl, dass Walmart mit seinen Online initiativen Erfolg zu haben schien und Amazon als dominierender Online Händler Paroli bieten konnte. 

Die Wachstumsraten schienen ähnlich gut wie beim großen Wettbewerber obwohl Amazon mit einem mehr als 10 mal so großen Umsatz schon uneinholbar schien. Was ist nun passiert?

Schwache Gewinnprognosen, Online Expansion belastet

Das Management von Walmart veröffentlichte seine EPS-Prognosen für das Geschäftsjahr 2019. Diese lagen zwischen 4,75 US-Dollar und 5 US-Dollar pro Aktie; zu wenig nach Ansicht der Märkte. Analysten schätzten einen etwas niedrigeren Wert, woraufhin die Aktie abgestraft wurde. Die Konsensschätzung lag bei 5,13 USD.

Ein Hauptauslöser für den Ausverkauf lag jedoch in dem der Rückgang der Online Wachstumsraten. Der Einzelhändler verzeichnete ein E-Commerce-Umsatzwachstum im vierten Quartal von 23%, verglichen mit 50% im dritten Quartal und 29% im Vorjahr. Aber das Wachstum sollte nach Aussagen des Managements in diesem Jahr wieder auf 40% ansteigen.

Die Zahlen wirken enttäuschend, besonders wenn man sieht, dass Amazon im vierten Quartal deutlich stärker gewachsen ist. Es scheint nach wie vor so, als wenn der klassische Einzelhandel keine Lösung gegen das Monster Amazon gefunden hat.

Das Wachstum auf vergleichbarer Fläche ist gut und zeigt die starke Dominanz von Walmart im Heimatmarkt USA

Die vergleichbaren Verkäufe je Fläche (Same Store Sales) wuchsen im vierten Quartal um 2,6%. Aus meiner Sicht ist dieser Wert sehr gut. Bedenkt man weiter, dass dies der 14. Anstieg im großen US-Markt in Folge war, so verdeutlicht es die Stärke von Walmart’s Marktposition. Was ist also der Grund für den tiefen Ausverkauf?

Aus meiner Sicht gibt es drei wesentliche Gründe:
- Eine hohe Bewertung, die nicht durch höheres Wachstum gestützt wird
- Verlangsamendes und nicht beschleunigendes Online Wachstum
- Die E-Commerce Expansion kostet Geld und drückt den Gewinn

Ich denke, der jüngste Anstieg des Aktienkurses von 70 Dollar auf rund 100 USD im Jahr 2017 wurde von der Hoffnung getrieben, dass Walmart ein Konzept gegen Amazon hat und sein eigenes Geschäft zu einem schnell wachsenden Multi-Channel System ausbauen könnte.

Diese Hoffnungen wurden mit dem aktuellen Bericht des vierten Quartals zunichte gemacht. Aber bedeutet es, dass Walmart in den nächsten Jahren kein wunderbares Online-Einzelhandelsgeschäft aufbauen kann? Definitiv nicht!

Für eine langsam wachsende Aktie wie Walmart, die den Umsatz in den letzten 10 Jahren um rund 30% gesteigert hat, ist das KGV zu hoch. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Gewinne nahezu gar nicht gewachsen sind. Der Gewinndruck durch die Online Expansion wirkt dabei zusätzlich belastend. Dieser kann auch als Grund gesehen werden warum Walmart die Dividende nur um rund 2% erhöht hat.

Fazit
Die Kapitalmarktteilnehmer sind sehr kurzfristig orientiert und auf beliebte Anlagethemen und Strategien fokussiert. Da die fundamentalen Zahlen eine klare Sprache sprechen zieht dies Spekulanten an, die auf einen sich verstärkenden Trend setzen.

Im konkreten Fall bedeutet es, dass man Walmart leerverkauft und Amazon im Gegenzug Long geht. Das Resultat: Amazon hat ein KGV von 100 und Walmart ein erwartetes von 19.

Dass solche Strategien auch mal kurzfristig ins Auge gehen können, haben wir bei den Short-Attacken gegen die großen Shopping-Mall Betreiber gesehen.

Zu einem langfristigen Verschwinden der klassischen Einzelhandelsmodelle, wie es jetzt ausgemalt wird, muss es nicht kommen. Denken Sie doch mal nach: Niemand verlässt in Zukunft mehr das Haus um Shoppen zu gehen.

Ich denke nicht, dass dies passieren wird. Mit Sicherheit wird mehr Online gekauft aber Ich glaube, die Zukunft ist eine Mischung aus beiden Geschäftsmodellen. Es ist einer Art Multi-Channel System. Amazon kaufte bereits Whole Foods als Ergebnis dieser Idee. Ohne physische Geschäfte wird man kein zukünftiger Spieler im Einzelhandel sein.

Die heutigen Zahlen von Walmart bieten Investoren nach wie vor kein großes Wachstum im gesamten Geschäftsmodell. Im Gegenteil hat sich gezeigt, dass die Expansion ins Onlinegeschäft sehr teuer wird und die Gewinne belastet.

Dennoch sollte man bedenken, dass die Zahlen nicht so schlecht sind, wie der Ausverkauf vermuten lässt. Wenn die Anleger die Bewertung für zu hoch halten, sollten sie ein paar Chips vom Tisch nehmen. Das steht ihnen zu, zumal die Bewertung bei steigenden Zinsen wenig Fantasie für Kurssteigerungen bietet. Walmart bleibt aber immer noch eine solide Wahl im Einzelhandel und bietet zusammen mit Aktienrückkäufen und Dividenden eine Aktionärsrendite von über 5%.

Freitag, 16. Februar 2018

Kraft Heinz – Schwache Zahlen drängen ein Engagement nicht auf

Der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz (NYSE:KHC), aktuell der fünftgrößte Lebensmittel- und Getränkekonzern der Welt, meldete heute Zahlen für das Schlussquartal 2017.

Zusammengefasst verfehlte der Konzern die Umsatz- und Gewinnerwartungen. Trotz planmäßiger Fortschritte bei den Kostensenkungs- und Integrationsprozessen, bietet der Ausblick wenig Salz in der Suppe. Auch konnte der CEO, Bernardo Hees, keine nennenswerten Übernahmen im vergangenen Quartal verkünden, die das Unternehmen als Teil der Strategie auf ein neues Level bringen sollte.

Zum Hintergrund des Konzerns

Kraft Heinz ist aus der Fusion zwischen Kraft Foods und Heinz im Jahr 2015 entstanden. Die treibenden Kräfte hinter der Transaktion waren damals die bekannte Investmentgesellschaft 3G Capital und Berkshire Hathaway.

Die brasilianische 3G Capital hatte sich in der Vergangenheit durch größere Deals wie den Zusammenschluss von Anheuser Bush und InBev zu AB Inbev (NYSE:BUD) sowie Burger King und Tim Hortons zu Restaurant Brands International (NYSE:QSR) einen Namen gemacht. Markant ist der auf Kostensenkungen und Akquisitionen fokussierte Investmentstil.

Heute veröffentlichte Kraft Heinz die Quartalszahlen für das Schlussquartal Q4/2017. Dies sind die wesentlichen Highlights:

Q4/2017
- Organisches Umsatzwachstum von -0,6%
- Adjustiertes EBITDA +3,2% (währungsbereinigt +4%)
- Bereinigtes EPS -1,1%

Gesamtjahr 2017
- Organisches Umsatzwachstum von -1%
- Adjustiertes EBITDA + 2,3%
- Bereinigtes EPS +6,6%

Für das Jahr 2018 erwartet der Konzern ein profitables, organisches Umsatzwachstum. Die CAPEX sollen um weitere USD 170 Millionen reduziert werden, von USD 1,2 Milliarden auf USD 850 Millionen. Das bereinigte EBITDA lag bei rund USD 8 Milliarden im Gesamtjahr 2017.

Wie das Management urteilte:
"Mit unserer globalen Präsenz und finanziellen Stärke, denke ich, werden wir weiterhin Möglichkeiten schaffen, unser Portfolio zu erweitern", sagte Bernhard Hees, CEO von Kraft Heinz.

Quelle: Quartalsbericht Kraft Heinz Q4/2017, Seite 10

Quelle: Quartalsbericht Kraft Heinz Q4/2017, Seite 11

Der Druck einer großen Übernahme steigt

Trotz seiner langfristigen Schulden von USD 28,3 Milliarden ist Kraft Heinz weiter auf der Suche nach großen Übernahmezielen. Dabei steigt der Druck mit mangelnden Erfolgen.
Das letzte große Übernahmeangebot an Unilever im Wert USD 143 Milliarden wurde im letzten Jahr aufgrund von großen Widerständen zurückgezogen. Das Unternehmen bekleckerte sich damals nicht gerade mit Ruhm und zeigte damit, wie undurchdacht die Übernahmepläne eigentlich waren.

Seit der letzten Attacke werden stetig neue Zielunternehmen in der Finanzpresse genannt. Ganz oben auf der Liste stehen die bekannten großen Player wie Danone, General Mills, Colgate, Mondelez, Kellogg oder Clorox.

Bisher blieb Kraft Heinz aber eher zögerlich im Übernahmekarussell. Vielmehr konzentrierte man sich auf eine strikte Umsetzung der Kostensenkungsziele, was primär auch richtig ist. Hier kommt das Management gut voran und konnte die Einsparungen auf USD 1,7 Milliarden steigern. Problematisch kann jedoch die mangelnde Fähigkeit gesehen werden, aus Produktinnovationen ein organisches Wachstum zu zaubern.

Machen weitere gigantische Übernahmen überhaupt Sinn?

Hat man Vertrauen in die Strategie von 3G Capital, so macht eine Übernahme durchaus Sinn, sofern sie diszipliniert durchgeführt wird. Dass diese Vorgehensweise funktioniert, hat 3G schließlich schon bei AB Inbev eindrucksvoll bewiesen.

Rechnet man mit Synergien von 10% des Jahresumsatzes des zu übernehmenden Unternehmens, so wären es bei Unilever über 5 Milliarden gewesen. Allein das zeigt, wie groß das Potenzial einer Übernahme wäre.

Steigende Zinsen mahnen Anleger zur Vorsicht

Man sollte jedoch nicht vergessen, dass in einer Phase von steigenden Zinsen, die Nervosität gegenüber Aktien mit hohem Verschuldungsgrad sehr groß ist. So kam es auch bei AB Inbev zu einem überproportionalen Ausverkauf während der Finanzkrise. Wer Vertrauen und den Mut besaß, wurde gut belohnt: Der Kurs verzehnfachte sich.

Bei Kraft-Heinz sollte man jedenfalls erst einmal abwarten was sich hier konkretisiert. Die Zahlen waren nicht überwältigend. Ein flacher Umsatz, fehlende Produktinnovationen, eine hohe Verschuldung und ambitionierte Bewertung machen die Aktie aktuell nicht attraktiv. Zudem leiden viele Unternehmen aus dem Konsumgüterbereich unter einem schwachen Gesamtmarkt. Der Sektor bleibt jedoch aus Value Gesichtspunkten interessant.

Freitag, 3. Juli 2015

Die größten Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen des Quartals (Apple, Biogen, Medtronic, Exxon, Disney, Target)

Ein spannendes Quartal liegt hinter uns. Die Dramatik in Griechenland spitzt sich mit dem aktuellen Referendum zur weiteren Sparpolitik zu und könnte Aufschluss darüber geben, ob das mit 11 Millionen Menschen bevölkerte Land weiter mit dem Euro als Landeswährung in die Zukunft geht.

Die Märkte hatten im zweiten Quartal schwere Kost zu verdauen. Im Amerika wird seit Jahren viel über Griechenland diskutiert, jedoch sind die Auswirkungen eines Grexits für die Finanzmärkte und die Eurozone relativ überschaubar. Viel interessanter ist es in diesem Prozess zu sehen, ob Europa ein loser Staatenverbund ist oder doch eine harte Solidargemeinschaft.

Zinswende steht kurz bevor

In Amerika gehen die meisten Investoren jetzt von einer Zinswende im September aus. Jedoch ist auch hier der zukünftige Zins-Rhythmus wichtiger als die Tatsache, dass die Zinsen erhöht werden.

Janet Yellen hatte oft genug erwähnt, dass Sie behutsam die Zinsen erhöhen wird. Bei den gigantischen Summen, die über die letzten Jahre an spekulativem Kreditkapital in die Märkte geflossen ist, könnte es sehr gefährlich sein, abrupt die Zinsen zu erhöhen.

Wie sich die Märkte entwickelt haben

Aufgrund des zunehmenden Pessimismus aus Europa haben die wichtigsten Börsen seit Jahresanfang in Amerika eine Null-Runde hingelegt. Der Dow Jones verlor sogar etwas über ein Prozent.

Auch trieb die Griechenland Problematik Investoren weiter in den Dollar. Dieser erhöhte sich gegenüber dem Euro um 8,76%.

Das Wikifolio „Nachhaltig Globales Dividendenwachstum“ ist seit Jahresanfang um 6,73% gestiegen. Die Aktien im Portfolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ stiegen im Durchschnitt um 5,82% in den ersten 6 Monaten des Jahres 2015.

FraSee Wikifolios (Zum vergrößen auf die Grafik klicken)


Aktienrückkäufe (Buybacks)

Im letzten Quartal verkündeten 91 Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm. Apple steht mit seinen USD 140 Milliarden nach wie vor an erster Stelle und ist damit der King of Buybacks.

Gefolgt wird Apple von General Electric, Comcast, Medtronic sowie den Biotechnologie Konzernen Biogen und Celgene.

Gemessen an dem erwarteten KGV's, dominiert hier der Finanzsektor: Versicherungen, Kredit-Service und Banken. 

Hier sind die größten Unternehmen im Überblick:


Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Rückkauf Volumen in Mrd. USD oder Mn. Aktien

Apple Inc.
1.66%
15.50
12.92
5.63
3.41
140
General Electric Company
3.46%
241.55
17.10
2.46
1.85
50
Comcast Corporation
1.66%
18.22
15.93
2.91
2.18
2.5
Medtronic
1.65%
27.65
15.27
1.98
5.18
80Mn
Biogen
-
29.17
20.79
8.14
9.38
5
Celgene Corporation
-
39.50
18.71
13.66
11.44
4
American International Group
0.81%
10.55
11.07
0.78
1.28
3.5
American Express Company
1.49%
13.64
13.58
3.63
2.21
150Mn
Costco Wholesale Corporation
1.18%
25.92
23.84
5.61
0.51
4
Simon Property Group
3.47%
37.37
30.54
11.00
10.92
2
McKesson Corporation
0.43%
29.82
15.46
6.52
0.29
0.6
Target
2.74%
20.82
16.13
3.69
0.71
10
General Dynamics Corporation
1.95%
17.13
15.33
4.05
1.48
10Mn
Alexion Pharmaceuticals
-
61.91
30.47
10.25
18.00
1
Prudential Financial
2.65%
19.11
8.39
0.88
0.70
1
HCA Holdings
-
19.02
15.78
-
1.00
1
The Kroger
1.02%
19.34
16.95
6.34
0.32
0.5
CSX Corp.
2.21%
16.49
14.46
2.86
2.54
2
The Travelers Companies
2.52%
9.38
10.16
1.25
1.14
5
Marsh & McLennan Companies
2.19%
21.08
16.74
4.51
2.37
2

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: Juni 2015. 
Die Werte des letzten Quartals findet ihr hier.

Dividendenwachstum

Ein Dividendenwachstum erklärten 332 Unternehmen im vorherigen Quartal. Die größten Unternehmen waren dabei JP Morgan Chase, Pepsico, der Krankenversicherer United Health, American Express (wurde auch im letzten Quartal neu im Wikifolio Aktienrückkauf erworben), U.S. Bancorp sowie die Investment Bank Morgan Stanley.

Wie ihr sehen könnt, sind unter den größten Werten viele aus dem Finanzsektor. Nach wie vor liegt deren Ausschüttungsquote unterhalb des langfristigen Potentials. Regulierer hatten im Zuge der Finanzkrise strenge Regulierungen eingeführt bezüglich einer großzügigen Ausschüttungspolitik.

Unter den größten Aktien mit einem günstigen, erwarteten KGV für das nächste Jahr sind Banken und Technologiefirmen weit vorn. Die Liga wird noch um Versicherungsunternehmen ergänzt.

Hier sind die größten Unternehmen im Überblick:


Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Dividenden Wachstum
Apple Inc.
1.66%
15.50
12.92
5.63
3.41
10.64
Exxon Mobil Corporation
3.51%
12.49
15.54
2.05
0.97
5.80
Wells Fargo & Company
2.67%
13.75
12.51
1.74
6.05
7.14
Johnson & Johnson
3.08%
17.43
15.18
4.00
3.67
7.14
JPMorgan Chase & Co.
2.60%
12.41
10.47
1.18
4.90
10.0
The Procter & Gamble Company
3.39%
23.22
18.72
3.44
2.72
3.0
The Walt Disney Company
1.01%
24.55
19.99
4.21
3.82
14.78
Citigroup Inc.
0.36%
22.18
9.28
0.83
2.75
400.0
International Business Machines
3.20%
10.33
9.94
13.24
1.78
18.18
Pepsico, Inc.
3.01%
21.76
19.05
8.73
2.08
7.25
UnitedHealth Group Incorporated
1.64%
20.33
17.24
3.65
0.86
33.33
QUALCOMM Incorporated
3.07%
14.84
12.22
2.72
3.71
14.29
The Goldman Sachs Group, Inc.
1.25%
10.99
10.56
1.25
2.20
8.33
Kinder Morgan, Inc.
5.00%
43.62
39.41
2.35
5.28
6.67
American Express Company
1.49%
13.64
13.58
3.63
2.21
11.54
U.S. Bancorp
2.35%
13.91
12.39
1.96
6.27
4.08
Morgan Stanley
1.55%
19.11
11.54
1.12
1.97
50.0
MetLife, Inc.
2.68%
9.10
8.96
0.85
0.83
7.14
Lowe's Companies Inc.
1.67%
23.92
16.96
6.71
1.10
21.74
Occidental Petroleum Corporation
3.86%
-
27.18
1.75
3.40
4.17

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: Juni 2015. 
Hier geht es zu den Werten des vorherigen Quartals.


Ein paar Worte zu Lage an den Anleihemärkten

Mittlerweile haben auch die Notenbanker zugegeben, dass ihre expansive Politik für Vermögensblasen verantwortlich ist und nur den Ultra-Reichen von Vorteil ist. 

Gleichzeitig betonten sie aber auch, dass extreme Schritte wie das QE notwendig sind um die Finanzstabilität zu gewähren und ein abrutschen in die Deflation zu vermeiden.

Die Äußerungen kamen kurz nach dem Ausverkauf auf dem Anleihemarkt mit der Konsequenz, dass die Anleihenrenditen innerhalb von wenigen Tagen um 20 Prozent stiegen. Bill Gross nannte die damalige Situation eine Jahrhundertgelegenheit um Anleihen leer zu verkaufen.

Recht hatte er mit seiner Aussage, denn wer bei einer langfristig positiven Inflationserwartung, negative Zinsen erhält (also Geld dafür bezahlt) um Schulden zu besitzen, muss irgendwie etwas falsch verstanden haben. Kurzfristig mag diese Idee spekulativ aufgehen aber langfristig ist es einfach nur naiv.

Besonders brisant könnten sich solche drastischen Preisveränderungen für Versicherer oder Fixed Income Investoren auswirken wenn sie über ein schlechtes Risikomanagement verfügen. Das könnte wohl auch ein Grund sein für die optisch günstigen Bewertungsmultiplikatoren in der Branche.

Direkten Einfluss hat die Null-Zins-Politik bereits schon jetzt: Die Sozialkassen und Versicherungen verlieren mit jedem Tag Geld in dem das Zinsniveau so manipuliert bleibt. Besonders hart trifft dies die Lebensversicherer.

Die einzige Lösung aus diesem Dilemma wäre vielleicht in riskantere Bereiche zu investieren, soweit es regulatorisch überhaupt möglich ist. Letztlich sprechen wir hier aber von einer Verzerrung der Märkte durch die Notenbanken.

Was im Blog geschah

Der Autor der Seite Aktien Kaufen für Anfänger, Alexander Wolf, meldete sich bei mir im April um mich in seinem anstehenden Buch über die besten Aktienblogs im Internet zu interviewen.

In seiner Rubrik „Top-Börsenseiten“ findet ihr jetzt auch meine Seite. Ich bin gespannt auf sein tolles Buchprojekt.

Aktienerwerbe des letzten Quartals Q2/2015:

Werte durch Aktienrückkäufe

- Alliance Data Systems Aktie
- Ahold Aktie (Position geschlossen nach Merger mit Delhaize)
- Juniper Networks Aktie
- Fossil Aktie
- Comcast Aktie

Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum

- Fuchs Petrolub Aktie
- Comcast Aktie
- Woolworths Ltd. Aktie
- T. Rowe Price Group Aktie
- ACE Limited Aktie

Eine Welt voller Vermögensblasen

Nicht nur in China oder am amerikanischen Aktienmarkt gibt es aktuell Tendenzen einer Überhitzung des Marktes. Hier habe ich euch einmal grob aufgeführt welche Übertreibungen ich sehe.

- US Dollar
- Defensive Blue Chips
- Europäische Bonds
- Bilanzen der Zentralbanken
- Londoner Immobilienpreise
- Biotech
- Chinesische Aktien

Nach wie vor spricht jeder über Vermögensblasen, jedoch handeln alle getreu dem Motto “The Trend is your friend”. Besonders gut kann man am chinesischen Markt erkennen, welche Stimmung vorherrscht.

Seit Jahresanfang konnte sich die Börse in Shenzhen mehr als verdoppeln. Auch der zweite große Handelsplatz China‘s in Shanghai verbuchte ähnliche Kursgewinne. Befeuert wird das ganze System noch durch die Öffnung des Handelslinks zu Hong-Kong.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass der gegenwärtige Boom auf die Handelsaktivitäten von Bauern, Fabrikarbeitern und Analphabeten basiert, bekommt man schon ein Recht gutes Gespür für das was dort passiert.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Finanzmarkt für viele so etwas wie ein Computerspiel ist, in dem man schnelles Geld verdienen kann und man Aktien kauft wie beim Shopping auf dem Wochenmarkt. Entscheidend ist das Aussehen der Ware und die spontane Gemütslage.

Geschäftsberichte, fundamentale Daten, volkswirtschaftliche Entwicklungen oder ein solides Grundverständnis für das was das Unternehmen produziert, scheinen nur wenige zu interessieren.

Zum Glück ist das chinesische Modell kein Spiegelbild für die gesamte Finanzbranche, auch wenn es manchmal schon Ähnlichkeiten gibt.

Schaukelbörsen und Irrationales Handeln dominieren

Mit jedem erhöhten Spiellevel an der Börse steigt auch die Volatilität, also die abrupten Kursveränderungen.

Aktien werden sofort mit 20 bis 30 Prozent von Investoren abgestraft, die nervös werden und nicht wissen wie sie handeln sollen wenn etwas anders läuft als geplant.

Aus Hilflosigkeit schließen sie ihre Position schnell um noch einen kleinen Gewinn mitzunehmen oder ihre Verluste zu begrenzen. Auf den Zug springen dann noch diejenigen auf, die gar nicht wissen was ihre Beteiligung überhaupt produziert. Sie sehen nur rote oder grüne Vorzeichen bei ihrem Broker.

Coloplast, Adidas, Gerry Weber oder Michael Kors sind solche Unternehmen die ausverkauft wurden weil sie Wachstumsprognosen nicht einhalten konnten.

Ich denke, wer sich im Vorfeld bei dem Geschäftsmodell zyklischer Einzelhandel nicht klar gewesen ist, welchen Preis er dem dynamischen Wachstum beimisst, der sollte lieber gar keine Aktien kaufen.

Der Lockruf des schnellen Geldes ist berauschend. Das merke ich ständig wenn ich mir anschaue wie Menschen ihre Investments strukturieren.

Meiner Meinung nach sollte niemand aus spekulativen Gründen agieren, sondern langfristig und auf Basis fundamentaler Daten.

Oder wie Jack Ma sagen würde: "Up and down is normal. We don’t care about that. We focus on building a great company over years and don’t think in quarters". 

Ob er wirklich ein langfristiger Investor ist oder nur ein Sprücheklopfer der sich nicht mehr blicken lässt wenn es schlechter läuft, wird sich zeigen. Das Geschäftsmodell von Alibaba hat auch große Schwächen.

Wenn etwas anders läuft oder nicht so wie geplant, liegt meist in der Natur des Wirtschaftens und zugleich in der Unsicherheit der Zukunft. Das ist aber ein generelles Problem, welches im Vorfeld der Investition berücksichtigt werden sollte.

Die aktuelle Korrektur ist gut, weil die Menschen wieder auf den Boden der Realität holen und die Märkte wieder ins Gleichgewicht bringen.

Blasenbildungen, Übertreibungen und Schwankungen sind in einer freien Wirtschaft vollkommen normal. Solche Prozesse gehören zum Leben wie das tägliche Brot auch wenn die meisten davon nicht viel mitbekommen. Es gibt sie schon seit tausenden von Jahren und sie wiederholen sich ständig in einer anderen Art.

Wie seht ihr die aktuellen Entwicklungen an den Märkten?

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