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Donnerstag, 22. Februar 2018

Walmart enttäuscht im Jahresendspurt - Die Aktie ist teuer, bleibt aber ein solider Value Pick


Als Analyst von Walmart habe ich in den letzten Jahren viele Höhen und Tiefen der Aktie erlebt. Der heutige Ausverkauf mit Veröffentlichung der Q4 und 2017er Jahreszahlen markiert einen weiteren Tiefpunkt.

Dabei lief es zuletzt gar nicht mal schlecht mit der Aktie. Sie konnte mit dem Gesamtmarkt im vierten Quartal stetig neue All-Zeit-Hochs markieren.

Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklung war wohl, dass Walmart mit seinen Online initiativen Erfolg zu haben schien und Amazon als dominierender Online Händler Paroli bieten konnte. 

Die Wachstumsraten schienen ähnlich gut wie beim großen Wettbewerber obwohl Amazon mit einem mehr als 10 mal so großen Umsatz schon uneinholbar schien. Was ist nun passiert?

Schwache Gewinnprognosen, Online Expansion belastet

Das Management von Walmart veröffentlichte seine EPS-Prognosen für das Geschäftsjahr 2019. Diese lagen zwischen 4,75 US-Dollar und 5 US-Dollar pro Aktie; zu wenig nach Ansicht der Märkte. Analysten schätzten einen etwas niedrigeren Wert, woraufhin die Aktie abgestraft wurde. Die Konsensschätzung lag bei 5,13 USD.

Ein Hauptauslöser für den Ausverkauf lag jedoch in dem der Rückgang der Online Wachstumsraten. Der Einzelhändler verzeichnete ein E-Commerce-Umsatzwachstum im vierten Quartal von 23%, verglichen mit 50% im dritten Quartal und 29% im Vorjahr. Aber das Wachstum sollte nach Aussagen des Managements in diesem Jahr wieder auf 40% ansteigen.

Die Zahlen wirken enttäuschend, besonders wenn man sieht, dass Amazon im vierten Quartal deutlich stärker gewachsen ist. Es scheint nach wie vor so, als wenn der klassische Einzelhandel keine Lösung gegen das Monster Amazon gefunden hat.

Das Wachstum auf vergleichbarer Fläche ist gut und zeigt die starke Dominanz von Walmart im Heimatmarkt USA

Die vergleichbaren Verkäufe je Fläche (Same Store Sales) wuchsen im vierten Quartal um 2,6%. Aus meiner Sicht ist dieser Wert sehr gut. Bedenkt man weiter, dass dies der 14. Anstieg im großen US-Markt in Folge war, so verdeutlicht es die Stärke von Walmart’s Marktposition. Was ist also der Grund für den tiefen Ausverkauf?

Aus meiner Sicht gibt es drei wesentliche Gründe:
- Eine hohe Bewertung, die nicht durch höheres Wachstum gestützt wird
- Verlangsamendes und nicht beschleunigendes Online Wachstum
- Die E-Commerce Expansion kostet Geld und drückt den Gewinn

Ich denke, der jüngste Anstieg des Aktienkurses von 70 Dollar auf rund 100 USD im Jahr 2017 wurde von der Hoffnung getrieben, dass Walmart ein Konzept gegen Amazon hat und sein eigenes Geschäft zu einem schnell wachsenden Multi-Channel System ausbauen könnte.

Diese Hoffnungen wurden mit dem aktuellen Bericht des vierten Quartals zunichte gemacht. Aber bedeutet es, dass Walmart in den nächsten Jahren kein wunderbares Online-Einzelhandelsgeschäft aufbauen kann? Definitiv nicht!

Für eine langsam wachsende Aktie wie Walmart, die den Umsatz in den letzten 10 Jahren um rund 30% gesteigert hat, ist das KGV zu hoch. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Gewinne nahezu gar nicht gewachsen sind. Der Gewinndruck durch die Online Expansion wirkt dabei zusätzlich belastend. Dieser kann auch als Grund gesehen werden warum Walmart die Dividende nur um rund 2% erhöht hat.

Fazit
Die Kapitalmarktteilnehmer sind sehr kurzfristig orientiert und auf beliebte Anlagethemen und Strategien fokussiert. Da die fundamentalen Zahlen eine klare Sprache sprechen zieht dies Spekulanten an, die auf einen sich verstärkenden Trend setzen.

Im konkreten Fall bedeutet es, dass man Walmart leerverkauft und Amazon im Gegenzug Long geht. Das Resultat: Amazon hat ein KGV von 100 und Walmart ein erwartetes von 19.

Dass solche Strategien auch mal kurzfristig ins Auge gehen können, haben wir bei den Short-Attacken gegen die großen Shopping-Mall Betreiber gesehen.

Zu einem langfristigen Verschwinden der klassischen Einzelhandelsmodelle, wie es jetzt ausgemalt wird, muss es nicht kommen. Denken Sie doch mal nach: Niemand verlässt in Zukunft mehr das Haus um Shoppen zu gehen.

Ich denke nicht, dass dies passieren wird. Mit Sicherheit wird mehr Online gekauft aber Ich glaube, die Zukunft ist eine Mischung aus beiden Geschäftsmodellen. Es ist einer Art Multi-Channel System. Amazon kaufte bereits Whole Foods als Ergebnis dieser Idee. Ohne physische Geschäfte wird man kein zukünftiger Spieler im Einzelhandel sein.

Die heutigen Zahlen von Walmart bieten Investoren nach wie vor kein großes Wachstum im gesamten Geschäftsmodell. Im Gegenteil hat sich gezeigt, dass die Expansion ins Onlinegeschäft sehr teuer wird und die Gewinne belastet.

Dennoch sollte man bedenken, dass die Zahlen nicht so schlecht sind, wie der Ausverkauf vermuten lässt. Wenn die Anleger die Bewertung für zu hoch halten, sollten sie ein paar Chips vom Tisch nehmen. Das steht ihnen zu, zumal die Bewertung bei steigenden Zinsen wenig Fantasie für Kurssteigerungen bietet. Walmart bleibt aber immer noch eine solide Wahl im Einzelhandel und bietet zusammen mit Aktienrückkäufen und Dividenden eine Aktionärsrendite von über 5%.

Sonntag, 26. November 2017

Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind? Ein Gastartikel von Alexander Kelm

Heute gebe ich einen talentierten Value-Investing Blogger, Alexander Kelm, die Möglichkeit hier zu publizieren. 

Alexander schreibt für den Blog Value Investing Chronicle, in dem vieles über die großen Value Investoren wie Benjamin Graham, Warren Buffett, Charlie Munger, Joel Greenblatt, Mohnish Pabrai und Philip Fisher zu lesen ist. Besucht einfach mal den Blog.

Der heutige Artikel ist etwas mehr auf eure Interessen, den Dividenden und Wachstum, zugeschnitten. Es geht um die Thematik, warum Dividenden für Langfrist-Anleger so wichtig sind und welche Wirkungen der "Cost Average Effect" auf das Portfolio hat.


Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind?

Die meisten Anleger konzentrieren sich auf den Preis einer Aktie. Sie hoffen die Aktie günstig zu kaufen und wenn sie steigt mit einer hohen Marge wieder zu verkaufen.

Das solltest du erst gar nicht versuchen. Der Grund: Du bist nicht in der Lage, eine bestimmte Aktie auf lange Sicht an den Finanzmärkten mit Gewinn zu verkaufen. Das ist Spekulation und kein Investieren. Dafür solltest du dich lieber mehr mit den Dividendenausschüttungen der Firmen beschäftigen. Dividendenzahlungen realisieren dir ein passives Einkommen, das du jeder Zeit behalten oder in neue Aktien reinvestieren kannst.

Was sind überhaupt Dividendenzahlungen? Einfach gesagt, sind es ein Teil der erwirtschaften Gewinne eines Unternehmens, die an die Aktionäre jährlich oder quartalsweise pro Aktie aus- geschüttet werden. Zum Beispiel, wenn eine Dividende 50 Cent beträgt und du 100 Aktien besitzt, dann erhältst du 50 Euro Dividende. Wenn du 1.000 Aktien besitzt, erhältst du 500 Euro und so weiter.

Ein Einkommen fürs Leben

Momentan zahlen alle Unternehmen des S&P 500 ungefähr eine durchschnittliche Dividende von 2% an die Aktionäre aus. Einige der Firma in diesem Index zahlen höhere Dividenden, andere wiederrum keine. Darum liegt der Durchschnitt etwa bei 2%.

Wenn du ein Aktienportfolio von einer Million Euro hättest und dieses Portfolio spiegelt alle Unternehmen des S&P 500 wider, dann würdest du pro Jahr ein Einkommen von 20.000 Euro nur durch diese Aktien generieren. Das ist nicht schlecht, oder?

Mit der Zeit investieren vor allem Rentner in Dividendenaktien. Sie begünstigen am meisten die langweiligen Aktien mit überdurchschnittlichen Dividenden, wie zum Beispiel die Versorgungsunternehmen, Banken und Arzneimittelhersteller.

Für den Altersanleger sind die Dividendenzahlungen ein wichtiger Bestandteil seines Einkommens. Reinvestierte Dividenden und Anleihezinszahlungen sorgen dafür, dass sich ein gut geführtes Portfolio etwa alle zehn Jahre verdoppelt. Alle verdienten Euros werden reinvestiert und wachsen für dich weiter.

Automatisierter Vermögensaufbau

In der Zwischenzeit automatisiert sich der Cost Average Effect, den du benötigst, um das Investment-Spiel auf lange Sicht zu gewinnen.

Unternehmen können und werden Dividendenzahlungen kürzen, aber viele Blue-Chip-Firmen sind ziemlich stolz darauf, ihre Dividende jahrzehntelang ohne Unterbrechung gehalten und sogar stetig gesteigert zu haben.

Die Macht der Dividenden zu verstehen, gibt dir auf zwei Arten einen Vorsprung vor dem kurzfristigen Anleger. Du gerätst weniger in Panik, wenn eine Dividendenaktie im Nennwert fällt. Schließlich ist ein niedrigerer Preis eine Chance, mehr dividendenzahlende Aktien für weniger Geld zu bekommen.

Darüber hinaus dürfte sich der aktive Händler auf neue Unternehmen konzentrieren, die überhaupt keine Dividenden zahlen. Das ist einer der Gründe, warum die Blue Chips weitaus weniger volatil sind. Es gibt weniger heißes Geld, um sie zu jagen.

Für ein Rentenportfolio ist die Jagd nach Rendite Zeitverschwendung und ein sehr hohes Risiko. Betrachte stattdessen, wer seine Dividenden stetig zahlt, der lässt auch dein Portfolio stetig gedeihen. 

Warum Dividendenzahlungen so wichtig sind? Ein Gastartikel von Alexander Kelm, Autor und Blogger von VALUE INVESTING CHRONICLE.

Donnerstag, 6. April 2017

Wikifolio Quartalsentwicklung Q1/2017

Das erste Quartal des Jahres 2017 startete erfreulich. So konnte der Dow Jones in den ersten drei Monaten um 4,55% zulegen während der S&P 500 einen Wertzuwachs von 5,53% aufwies. Der auf Wachstumswerte spezialisierte Nasdaq Composite konnte das erste Quartal mit fast 10% Performance beenden.

Quartalsentwicklung der Leitindices und EUR/USD;
Quelle: Googlefinance

Zinsen steigen, USD Aufwertungsdruck ebbt ab


Gegenwind kam etwas von der Währungsseite. Im ersten Quartal verlor der Dollar im Währungspaar zum Euro rund 1,31%. Der Dollar scheint damit in seiner Aufwertungsphase gegenüber dem Euro etwas an Stärke zu verlieren und schloss das Quartal bei 1,0644.

In Amerika steigen die Zinsen und Inflationserwartungen leicht an, die Zinswende ist bereits eingeleitet. Europa hinkt der ganzen Entwicklung auf volkswirtschaftlicher Sicht etwas hinterher. Mittelfristig tendieren die Märkte dazu stabil zu verlaufen.

Unternehmensbewertungen ambitioniert


Die Bewertungen der Unternehmen an den Aktienmärkten sind nach wie vor hoch. Nahezu wöchentlich werden neue Allzeit-Hochs erreicht.

Das Shiller-KGV liegt mittlerweile bei fast 30. Dieser Wert lag nur zwei Mal höher in der historischen Aufzeichnung der Börsenbewertungen: 1929 und 1999. Diese Entwicklung kann auch als Warnzeichen verstanden werden.

Das hohe Bewertungsniveau ist auch ein Ausdruck der Niedrigzins-Ära sowie des Quantitative Easing. Ein langsamer Ausstieg aus der Null-Zinspolitik sollte das Niveau wieder auf ein historisch erträgliches Level bringen. Dabei müssen die Aktienkurse nicht zwingend nach unten korrigieren.

Inflation und Wachstum, welche im Moment im niedrigen einstelligen Bereich die Volkswirtschaften anfeuern, könnten mittelfristig die Bewertungen wieder relativieren und etwas Luft aus dem Markt nehmen.

Wie sich die Wikifolios entwickelten


Beide Wikifolios konnten sich relativ gut der gesamten Marktentwicklung anpassen. So generierte das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ eine Performance im ersten Quartal von 2,21%. Die Gesamtperformance seit Auflegung beträgt 66,3%.

Das Wikifolio-Indexzertifikat „Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum“ erhöhte sich im Wert um 2,43% für die ersten drei Monate des Jahres 2017. Die Gesamtperformance seit Auflegung beträgt hier 58,63%.

FraSee Wikifolios; Quelle: Wikifolio.com


Käufe im letzten Quartal Q1/2017:

Im ersten Quartal habe ich wieder relativ wenige Aktien gekauft und war stärker auf der Verkäufer Seite. Hierbei habe ich lediglich für das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ ein paar neue Positionen aufgemacht. Die Cash-Quoten liegen nach wie vor zwischen 20 und 30 Prozent.

Einen Überblick über die Kaufaktivitäten findet ihr hier:

Werte durch Aktienrückkäufe
- Check Point Software Technologies
- Gilead Sciences
- Lear
- Assurant

Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum
Keine Käufe im ersten Quartal

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Die größten Aktien mit Dividendenwachstum und Aktienrückkäufe aus Q3/2016

Trotz kleinerer Rücksetzer verlief das dritte Quartal 2016 für die Aktienmärkte positiv.

Der Dow Jones konnte das Quartal mit einem Plus von 2,1% abschließen, während der etwas größere S&P 500 um 3,1% zulegte. Der Nasdaq Composite übertraf die Performance der beiden Leitindizes deutlich und schloss mit einem Zuwachs von 9,68%.

Auf der Währungsseite wurde der US Dollar etwas schwächer und verringerte sich gegenüber dem Euro um 1,21%. Seit Jahresbeginn hat sich das USD/EUR Verhältnis um 3,4% abgeschwächt.

Quartalsperformance S&P 500, Nasdaq Composite, Dow Jones, USD/EUR
Quelle: Googlefinance.com

Trotz Gegenwind auf der Währungsseite konnten beide Wikifolios einen Wertzuwachs in Q3 erzielen. Das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ generierte eine Performance von 2,04% während das auf Dividendenwachstum spezialisierte Wikifolio „Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum“ einen Wertzuwachs von 1,21% erzielte.

Frasee Wikifolios; Quelle Wikifolio.com
Transaktionen im dritten Quartal

Im letzten Quartal hatte ich in die beiden Wikifolios keine Käufe vorgenommen. Ein Grund für die Zurückhaltung liegt in den ambitionierten Bewertungsniveaus. Die Aktienmärkte tangierten auch im dritten Quartal neue Allzeit-Hochs. Trotz gut laufender Konjunktur spiegelt der Anstieg der Aktienmärkte nicht das Wachstumspotential der Wirtschaft wider.

Gemessen am Shiller P/E wird ein Multiplikator der S&P 500 Gewinne von 26,90 gehandelt. Der Wert für die der letzten 12 Monate beträgt es 25,08.

Auf Basis der erwarteten Gewinne relativiert sich der Wert auf 17, sollte man den Schätzungen der Analysten trauen. Dennoch liegt auch dieser Wert noch über seinem historischen Mittelwert von 14,3.

Die Bewertungen rechtfertigen sich mit dem künstlich von den Notenbanken manipulierten Zins. Dieser ist kein Produkt von Angebot und Nachfrage, sondern das Ergebnis geldpolitischer Kräfte. Seit Jahren wird von den großen Notenbanken versucht Inflation und Wachstum durch Nullzins und Anleihekäufe  zu erzeugen. Bisher ohne jeglichen Erfolg. Mit ihrem aggressiven Kurs vernachlässigen sie jedoch das Ziel der Finanzmarktstabilität und lenken das Kapital in völlig falsche Bereiche.

Sollte der Zins wieder auf sein langfristiges Gleichgewicht steigen, so müssten auch die Bewertungen zurückgehen. Der Anpassungsprozess muss jedoch nicht zwangsläufig mit einem Knall enden.

Langsame Anpassungen geben den Marktteilnehmern genügend Zeit sich auf Änderungen einzustellen. Zudem ist es wahrscheinlich, dass über die Jahre auch die Unternehmensgewinne durch Inflation und Wachstum steigen. Dann hätte sich eine Kapitalmarktblase entlüftet ohne dass es zu Kursrückgängen gekommen ist.

Es ist schlichtweg unseriös ständig vom nächsten Crash zu reden. Für einige Autoren ist das ein ertragreiches Geschäft. Krisen und Crashs gehören zur Marktwirtschaft wie die Butter zum Brot. Hohe Bewertungen für sich genommen sind kein Grund für Panikverkäufe. 

Die größten Dividendenwachstumswerte des Quartals

Im letzten Quartal erhöhten 248 Unternehmen am US Aktienmarkt ihre Dividende. Microsoft sticht hierbei etwas heraus. Neben den USD 40 Milliarden schweren Aktienrückkaufprogramm wurde auch die Quartalsdividende um 8,33% erhöht. 

Als zweiter großer Wert fällt der Militärausrüster Lockheed Martin auf. Das Unternehmen erhöhte die Dividende um 10,3% und verkündete ein Aktienrückkaufprogramm von USD 2 Milliarden. Über stetige Rückkaufe konnten die ausstehenden Aktien von 436 Millionen im Jahr 2006 auf 310 Millionen verringert werden. Der Gewinn je Aktie hat sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt, obwohl der Gewinn nur um gut 50% gestiegen ist.

Anbei findet ihr eine Übersicht der 20 größten Aktien mit verkündeten Rückkaufprogramm im letzten Quartal sowie die 20 größten Aktien mit Dividenden Wachstum. Beide Listen sind nach der Marktkapitalisierung sortiert.

Die größten Aktienrückkaufprogramme in Q3/2016
Quelle: frasee-investors.com

Die größten Aktien mit Dividendenwachstum in Q3/2016
Quelle: frasee-investors.com

Dienstag, 5. Juli 2016

Dividendenwachstum und Aktienrückkauf Quartalsbrief Q2/2016

Die hohe Unsicherheit und Volatilität an den Aktienmärkten hielt auch im zweiten Quartal des Jahres 2016 an. Maßgeblich war der Zeitraum durch den Brexit geprägt, welcher kurzfristig starke Schockwellen durch die Märkte sendete.

Trotz der Turbulenzen konnten die großen Leitindizes nahe ihrer All-Zeit-Hochs das zweite Quartal beenden.

Der Dow Jones schloss das Quartal mit einer positiven Entwicklung von 1,37% ab. Seit Jahresanfang ist der Index um 2,89% gestiegen.

Der etwas größer aufgestellte S&P 500 liegt mit einer Quartalsperformance von 1,89% etwas über der Entwicklung des Dow Jones. Auf Jahressicht konnte der S&P mit einer Performance von 2,69% jedoch den Dow Jones nicht ganz übertreffen.

Einzig der Technologie Index Nasdaq scheint etwas der Entwicklung nachzulaufen. Der Nasdaq Composite verlor auf Jahressicht 3,29%.

Auch der Dollar verbuchte nach der Bexit Entscheidung wieder etwas Zugewinn. Im zweiten Quartal stieg dieser gegenüber dem Euro um 2,71% während auf Jahressicht der Euro 2,1% immer noch stärker bleibt.

Wie sich die Wikifolios entwickelten

Das Wikifolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ erzielte in den ersten sechs Monaten einen Wertzuwachs von 1,85%, während das stärker auf Dividenden Wachstumswerte fokussierte Portfolio „Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum“ eine Halbjahresperformance von 3,57% erreichte.

FraSee's Wikifolios (zum vergrößern auf die Grafik klicken)
Quelle: Wikifolio.com

Großbritannien, der Brexit und was danach erwartet wird

Am 23. Juni kam es zur Abstimmung des Britischen Referendums zum Verbleib in der EU. Der Austritt Großbritanniens wurde im Vorfeld der Entscheidung intensiv und emotional diskutiert, wobei sich die Märkte auf einen Verbleib in der EU eingespielt hatten.

Dieses Ereignis trat überraschend nicht ein. Als Folge kam es kurzfristig zu signifikanten Anpassungen in vielen Märkten, besonders bei den Devisen zum Pfund sowie an den Aktienmärkten. Hier verloren britische Banken am stärksten.

Klar ist auf jeden Fall, dass ein Austritt Auswirkungen auf den zwischenstaatlichen Handel haben wird. Wie stark dieser zwischen den Ländern abgebaut wird hängt von den zukünftigen Austrittsverhandlungen ab. Die EU hatte bereits angekündigt, dass es kein "Rosinen picken" geben wird um weitere Länder vor einem Austritt abzuschrecken.

Da Großbritannien über die letzten Jahre signifikant im Außenhandel schwächer geworden ist (zuletzt wurde ein monatliches Handelsbilanzdefizit von rund GBP 3,3 Milliarden ausgewiesen), müsste das Pfund erheblich abwerten um den Wettbewerbsnachteil monetär auszugleichen. Was letztlich passieren wird, bleibt abzuwarten.

Glaubt man der klassischen ökonomischen Theorie, so sollten sich langfristig die Märkte ins Gleichgewicht einpendeln.


Erste Apple Position eröffnet

Nach längerem Beobachten nutzte ich den letzten Kursrücksezer um eine Einstiegsposition bei dem Computer und iPhone Hersteller Apple zu eröffnen.

Apple hat schon seit längerem eines der größten Rückkaufvolumen aller Zeiten ausstehen. Ende April 2016 wurde dieses noch einmal auf ein Gesamtvolumen von $175 Milliarden erhöht. Das entspricht rund 1/3 der Börsenbewertung.

In Apple‘s Vergangenheit wurden jedoch auch mal neue Aktien ausgegeben um das rasante Wachstum zu finanzieren. Widersprüchlich ist, dass trotz Tafelsilber im Wert von über $233 Milliarden noch Kredite aufgenommen werden um die eigenen Aktien zu erwerben. Hintergrund ist wohl ein steuerlicher Trick um das ausländische Vermögen vor Steuerzahlungen zu schonen.

Da ich es Mitte 2013 verpasst hatte, für das Wikifolio einige Apple Aktien mit einer Einstiegsrendite von über 3% zu erwerben, versuche ich dieses mit einer kleinen Position nachzuholen. Zum Zeitpunkt des Erwerbs beläuft sich die Rendite auf rund 2,5%.

Die Aktie ist in den letzen Monaten aufgrund schwacher Absatzzahlen, besonders in China, unter Druck geraten und verlor über 30%. 

Carl Icahn verkaufte seine Position daraufhin komplett. Nach dem Erwerb im Wikifolio wurde bekannt, dass Warren Buffett (oder eher seine Nachfolger) für $1 Milliarde eine Position aufgebaut haben. Sein Einstand müsste über dem im Wikifolio liegen.

Ich bin gespannt wie sich das Investment entwickelt. Apple ist mittlerweile kein reines Technologie Unternehmen mehr, sondern eher als zyklisches Konsumgüterunternehmen mit stabilem After-Sales Geschäft zu sehen.

Die Margen sind hier fantastisch, jedoch liegt der Nachteil im zyklischen iPhone Geschäft, welches das Geschäftsmodel klar dominiert. Weder die Apple Watch, noch das iTV oder das iPad konnten an die Umsätze es iPhones aufschließen.

Im Big Picture ist Apple jedoch der Hauptgewinner der Mobilisierung von Devices. Konkurrenten wie Dell, HP, Xerox, Canon, Seagate, Western Digital, die stark vom Desktop PC abhängen, haben klar Gegenwind und müssen mit Umsatzrückgängen kämpfen bzw. ihre Geschäftsmodelle neu ausrichten.

Klassischer Retailing im Investitionsfokus

Das zweite große Investitionsfeld der beiden Wikifolios lag im klassischen Retail. Viele Einzelhändler meldeten schlechter als erwartete Quartalszahlen. Kaltes Wetter im Frühling, ein zu warmer Winter und zunehmende Konkurrenz aus dem Internet verhagelten die Quartalsbilanzen. Zudem klagen einige Händler über zu wenig Store Traffic.

Große Namen aus allen Bereichen wie Ralph Lauren, Limited Brands, GAP, Hugo Boss, Gerry Weber, Urban Outfitters, American Eagle Outfitters, Buckle, KORS, Guess? oder Abercrombie & Fich unterlagen einem großen Verkaufsdruck. Auch Department Stores wie Kohls, Nordstrom, JC Penny, Sears oder Macy’s führten die Abverkaufs-Liste an.

Ob Online Retailing das klassische Handelsgeschäft ablöst war schon häufiger Thema meines Blogs. Ich war bisher der Meinung, dass es das nicht tut.

Mit Sicherheit ist Online Retailing das Wachstumsfeld des Sektors und Unternehmen wie Amazon, Ebay, Etsy oder Zalando treiben das Marktwachstum enorm voran, wobei hier wohl auch Umsatzanteile von den etablierten Händlern abgenommen werden.

Schaut man zumindest in die Bilanzen einiger der besagten Unternehmen, so stellt man eine klare Stagnation fest.

Auch innerhalb des stationären Handels gibt es klare Wachstumsmodelle wie die von H&M, Inditex oder Associated British Foods, zu denen Primark gehört.

Angesichts der hohen Dividenden, starken Cash Flows und günstigen Bewertungen finde ich den Bereich dennoch interessant.

Unternehmen wie Wal-Mart und Target sind bereits seit längerem Teil der Wikifolios und konnten solide Erträge abwerfen.

Erste Healthcare REITS im Wikifolio

In der Vergangenheit hatte ich es etwas gemieden in REITs zu investieren. Ein Grund lag in dem hohen Kapitalbedarf bei nur mäßiger Kapitalrendite.

In den letzten Jahren haben sich jedoch eine Vielzahl von REITs in den Bereich des langfristigen Dividendenwachsums herausgearbeitet.

Ich habe nun die Gelegenheit genutzt, eine erste REIT Position mit Omega Healthcare Investors zu eröffnen. Das Unternehmen hat über die letzten 14 Jahre stetig die Dividende erhöht.

Das erwartete KGV liegt bei 16,95 und die Dividendenrendite zum Zeitpunkt des Erwerbs bei 7,20%. Mit gefällt das Wachstumspotential des REITs.

Hier sind noch einmal die wichtigsten Käufe des letzten Quartals für euch zusammengefasst:

Werte durch Aktienrückkäufe

- Seagate
- Alliance Data Systems
- GAP
- Kohl’s
- Nordstrom
- Apple
- Cardinal Health
- Gilead Sciences
- Principal Financial Group
- Williams-Sonoma
- Juniper Networks

Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum

- Reynolds American
- GAP
- Williams-Sonoma
- Spectra Energy Partners
- Microchip
- Omega Healthcare Investors


Euch allen wünsche ich weiter viel Spaß und Erfolg beim investieren.

Freitag, 3. Juli 2015

Die größten Aktienrückkäufe und Dividendenerhöhungen des Quartals (Apple, Biogen, Medtronic, Exxon, Disney, Target)

Ein spannendes Quartal liegt hinter uns. Die Dramatik in Griechenland spitzt sich mit dem aktuellen Referendum zur weiteren Sparpolitik zu und könnte Aufschluss darüber geben, ob das mit 11 Millionen Menschen bevölkerte Land weiter mit dem Euro als Landeswährung in die Zukunft geht.

Die Märkte hatten im zweiten Quartal schwere Kost zu verdauen. Im Amerika wird seit Jahren viel über Griechenland diskutiert, jedoch sind die Auswirkungen eines Grexits für die Finanzmärkte und die Eurozone relativ überschaubar. Viel interessanter ist es in diesem Prozess zu sehen, ob Europa ein loser Staatenverbund ist oder doch eine harte Solidargemeinschaft.

Zinswende steht kurz bevor

In Amerika gehen die meisten Investoren jetzt von einer Zinswende im September aus. Jedoch ist auch hier der zukünftige Zins-Rhythmus wichtiger als die Tatsache, dass die Zinsen erhöht werden.

Janet Yellen hatte oft genug erwähnt, dass Sie behutsam die Zinsen erhöhen wird. Bei den gigantischen Summen, die über die letzten Jahre an spekulativem Kreditkapital in die Märkte geflossen ist, könnte es sehr gefährlich sein, abrupt die Zinsen zu erhöhen.

Wie sich die Märkte entwickelt haben

Aufgrund des zunehmenden Pessimismus aus Europa haben die wichtigsten Börsen seit Jahresanfang in Amerika eine Null-Runde hingelegt. Der Dow Jones verlor sogar etwas über ein Prozent.

Auch trieb die Griechenland Problematik Investoren weiter in den Dollar. Dieser erhöhte sich gegenüber dem Euro um 8,76%.

Das Wikifolio „Nachhaltig Globales Dividendenwachstum“ ist seit Jahresanfang um 6,73% gestiegen. Die Aktien im Portfolio „Werte durch Aktienrückkäufe“ stiegen im Durchschnitt um 5,82% in den ersten 6 Monaten des Jahres 2015.

FraSee Wikifolios (Zum vergrößen auf die Grafik klicken)


Aktienrückkäufe (Buybacks)

Im letzten Quartal verkündeten 91 Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm. Apple steht mit seinen USD 140 Milliarden nach wie vor an erster Stelle und ist damit der King of Buybacks.

Gefolgt wird Apple von General Electric, Comcast, Medtronic sowie den Biotechnologie Konzernen Biogen und Celgene.

Gemessen an dem erwarteten KGV's, dominiert hier der Finanzsektor: Versicherungen, Kredit-Service und Banken. 

Hier sind die größten Unternehmen im Überblick:


Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Rückkauf Volumen in Mrd. USD oder Mn. Aktien

Apple Inc.
1.66%
15.50
12.92
5.63
3.41
140
General Electric Company
3.46%
241.55
17.10
2.46
1.85
50
Comcast Corporation
1.66%
18.22
15.93
2.91
2.18
2.5
Medtronic
1.65%
27.65
15.27
1.98
5.18
80Mn
Biogen
-
29.17
20.79
8.14
9.38
5
Celgene Corporation
-
39.50
18.71
13.66
11.44
4
American International Group
0.81%
10.55
11.07
0.78
1.28
3.5
American Express Company
1.49%
13.64
13.58
3.63
2.21
150Mn
Costco Wholesale Corporation
1.18%
25.92
23.84
5.61
0.51
4
Simon Property Group
3.47%
37.37
30.54
11.00
10.92
2
McKesson Corporation
0.43%
29.82
15.46
6.52
0.29
0.6
Target
2.74%
20.82
16.13
3.69
0.71
10
General Dynamics Corporation
1.95%
17.13
15.33
4.05
1.48
10Mn
Alexion Pharmaceuticals
-
61.91
30.47
10.25
18.00
1
Prudential Financial
2.65%
19.11
8.39
0.88
0.70
1
HCA Holdings
-
19.02
15.78
-
1.00
1
The Kroger
1.02%
19.34
16.95
6.34
0.32
0.5
CSX Corp.
2.21%
16.49
14.46
2.86
2.54
2
The Travelers Companies
2.52%
9.38
10.16
1.25
1.14
5
Marsh & McLennan Companies
2.19%
21.08
16.74
4.51
2.37
2

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: Juni 2015. 
Die Werte des letzten Quartals findet ihr hier.

Dividendenwachstum

Ein Dividendenwachstum erklärten 332 Unternehmen im vorherigen Quartal. Die größten Unternehmen waren dabei JP Morgan Chase, Pepsico, der Krankenversicherer United Health, American Express (wurde auch im letzten Quartal neu im Wikifolio Aktienrückkauf erworben), U.S. Bancorp sowie die Investment Bank Morgan Stanley.

Wie ihr sehen könnt, sind unter den größten Werten viele aus dem Finanzsektor. Nach wie vor liegt deren Ausschüttungsquote unterhalb des langfristigen Potentials. Regulierer hatten im Zuge der Finanzkrise strenge Regulierungen eingeführt bezüglich einer großzügigen Ausschüttungspolitik.

Unter den größten Aktien mit einem günstigen, erwarteten KGV für das nächste Jahr sind Banken und Technologiefirmen weit vorn. Die Liga wird noch um Versicherungsunternehmen ergänzt.

Hier sind die größten Unternehmen im Überblick:


Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Dividenden Wachstum
Apple Inc.
1.66%
15.50
12.92
5.63
3.41
10.64
Exxon Mobil Corporation
3.51%
12.49
15.54
2.05
0.97
5.80
Wells Fargo & Company
2.67%
13.75
12.51
1.74
6.05
7.14
Johnson & Johnson
3.08%
17.43
15.18
4.00
3.67
7.14
JPMorgan Chase & Co.
2.60%
12.41
10.47
1.18
4.90
10.0
The Procter & Gamble Company
3.39%
23.22
18.72
3.44
2.72
3.0
The Walt Disney Company
1.01%
24.55
19.99
4.21
3.82
14.78
Citigroup Inc.
0.36%
22.18
9.28
0.83
2.75
400.0
International Business Machines
3.20%
10.33
9.94
13.24
1.78
18.18
Pepsico, Inc.
3.01%
21.76
19.05
8.73
2.08
7.25
UnitedHealth Group Incorporated
1.64%
20.33
17.24
3.65
0.86
33.33
QUALCOMM Incorporated
3.07%
14.84
12.22
2.72
3.71
14.29
The Goldman Sachs Group, Inc.
1.25%
10.99
10.56
1.25
2.20
8.33
Kinder Morgan, Inc.
5.00%
43.62
39.41
2.35
5.28
6.67
American Express Company
1.49%
13.64
13.58
3.63
2.21
11.54
U.S. Bancorp
2.35%
13.91
12.39
1.96
6.27
4.08
Morgan Stanley
1.55%
19.11
11.54
1.12
1.97
50.0
MetLife, Inc.
2.68%
9.10
8.96
0.85
0.83
7.14
Lowe's Companies Inc.
1.67%
23.92
16.96
6.71
1.10
21.74
Occidental Petroleum Corporation
3.86%
-
27.18
1.75
3.40
4.17

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: Juni 2015. 
Hier geht es zu den Werten des vorherigen Quartals.


Ein paar Worte zu Lage an den Anleihemärkten

Mittlerweile haben auch die Notenbanker zugegeben, dass ihre expansive Politik für Vermögensblasen verantwortlich ist und nur den Ultra-Reichen von Vorteil ist. 

Gleichzeitig betonten sie aber auch, dass extreme Schritte wie das QE notwendig sind um die Finanzstabilität zu gewähren und ein abrutschen in die Deflation zu vermeiden.

Die Äußerungen kamen kurz nach dem Ausverkauf auf dem Anleihemarkt mit der Konsequenz, dass die Anleihenrenditen innerhalb von wenigen Tagen um 20 Prozent stiegen. Bill Gross nannte die damalige Situation eine Jahrhundertgelegenheit um Anleihen leer zu verkaufen.

Recht hatte er mit seiner Aussage, denn wer bei einer langfristig positiven Inflationserwartung, negative Zinsen erhält (also Geld dafür bezahlt) um Schulden zu besitzen, muss irgendwie etwas falsch verstanden haben. Kurzfristig mag diese Idee spekulativ aufgehen aber langfristig ist es einfach nur naiv.

Besonders brisant könnten sich solche drastischen Preisveränderungen für Versicherer oder Fixed Income Investoren auswirken wenn sie über ein schlechtes Risikomanagement verfügen. Das könnte wohl auch ein Grund sein für die optisch günstigen Bewertungsmultiplikatoren in der Branche.

Direkten Einfluss hat die Null-Zins-Politik bereits schon jetzt: Die Sozialkassen und Versicherungen verlieren mit jedem Tag Geld in dem das Zinsniveau so manipuliert bleibt. Besonders hart trifft dies die Lebensversicherer.

Die einzige Lösung aus diesem Dilemma wäre vielleicht in riskantere Bereiche zu investieren, soweit es regulatorisch überhaupt möglich ist. Letztlich sprechen wir hier aber von einer Verzerrung der Märkte durch die Notenbanken.

Was im Blog geschah

Der Autor der Seite Aktien Kaufen für Anfänger, Alexander Wolf, meldete sich bei mir im April um mich in seinem anstehenden Buch über die besten Aktienblogs im Internet zu interviewen.

In seiner Rubrik „Top-Börsenseiten“ findet ihr jetzt auch meine Seite. Ich bin gespannt auf sein tolles Buchprojekt.

Aktienerwerbe des letzten Quartals Q2/2015:

Werte durch Aktienrückkäufe

- Alliance Data Systems Aktie
- Ahold Aktie (Position geschlossen nach Merger mit Delhaize)
- Juniper Networks Aktie
- Fossil Aktie
- Comcast Aktie

Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum

- Fuchs Petrolub Aktie
- Comcast Aktie
- Woolworths Ltd. Aktie
- T. Rowe Price Group Aktie
- ACE Limited Aktie

Eine Welt voller Vermögensblasen

Nicht nur in China oder am amerikanischen Aktienmarkt gibt es aktuell Tendenzen einer Überhitzung des Marktes. Hier habe ich euch einmal grob aufgeführt welche Übertreibungen ich sehe.

- US Dollar
- Defensive Blue Chips
- Europäische Bonds
- Bilanzen der Zentralbanken
- Londoner Immobilienpreise
- Biotech
- Chinesische Aktien

Nach wie vor spricht jeder über Vermögensblasen, jedoch handeln alle getreu dem Motto “The Trend is your friend”. Besonders gut kann man am chinesischen Markt erkennen, welche Stimmung vorherrscht.

Seit Jahresanfang konnte sich die Börse in Shenzhen mehr als verdoppeln. Auch der zweite große Handelsplatz China‘s in Shanghai verbuchte ähnliche Kursgewinne. Befeuert wird das ganze System noch durch die Öffnung des Handelslinks zu Hong-Kong.

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass der gegenwärtige Boom auf die Handelsaktivitäten von Bauern, Fabrikarbeitern und Analphabeten basiert, bekommt man schon ein Recht gutes Gespür für das was dort passiert.

Ich werde den Eindruck nicht los, dass der Finanzmarkt für viele so etwas wie ein Computerspiel ist, in dem man schnelles Geld verdienen kann und man Aktien kauft wie beim Shopping auf dem Wochenmarkt. Entscheidend ist das Aussehen der Ware und die spontane Gemütslage.

Geschäftsberichte, fundamentale Daten, volkswirtschaftliche Entwicklungen oder ein solides Grundverständnis für das was das Unternehmen produziert, scheinen nur wenige zu interessieren.

Zum Glück ist das chinesische Modell kein Spiegelbild für die gesamte Finanzbranche, auch wenn es manchmal schon Ähnlichkeiten gibt.

Schaukelbörsen und Irrationales Handeln dominieren

Mit jedem erhöhten Spiellevel an der Börse steigt auch die Volatilität, also die abrupten Kursveränderungen.

Aktien werden sofort mit 20 bis 30 Prozent von Investoren abgestraft, die nervös werden und nicht wissen wie sie handeln sollen wenn etwas anders läuft als geplant.

Aus Hilflosigkeit schließen sie ihre Position schnell um noch einen kleinen Gewinn mitzunehmen oder ihre Verluste zu begrenzen. Auf den Zug springen dann noch diejenigen auf, die gar nicht wissen was ihre Beteiligung überhaupt produziert. Sie sehen nur rote oder grüne Vorzeichen bei ihrem Broker.

Coloplast, Adidas, Gerry Weber oder Michael Kors sind solche Unternehmen die ausverkauft wurden weil sie Wachstumsprognosen nicht einhalten konnten.

Ich denke, wer sich im Vorfeld bei dem Geschäftsmodell zyklischer Einzelhandel nicht klar gewesen ist, welchen Preis er dem dynamischen Wachstum beimisst, der sollte lieber gar keine Aktien kaufen.

Der Lockruf des schnellen Geldes ist berauschend. Das merke ich ständig wenn ich mir anschaue wie Menschen ihre Investments strukturieren.

Meiner Meinung nach sollte niemand aus spekulativen Gründen agieren, sondern langfristig und auf Basis fundamentaler Daten.

Oder wie Jack Ma sagen würde: "Up and down is normal. We don’t care about that. We focus on building a great company over years and don’t think in quarters". 

Ob er wirklich ein langfristiger Investor ist oder nur ein Sprücheklopfer der sich nicht mehr blicken lässt wenn es schlechter läuft, wird sich zeigen. Das Geschäftsmodell von Alibaba hat auch große Schwächen.

Wenn etwas anders läuft oder nicht so wie geplant, liegt meist in der Natur des Wirtschaftens und zugleich in der Unsicherheit der Zukunft. Das ist aber ein generelles Problem, welches im Vorfeld der Investition berücksichtigt werden sollte.

Die aktuelle Korrektur ist gut, weil die Menschen wieder auf den Boden der Realität holen und die Märkte wieder ins Gleichgewicht bringen.

Blasenbildungen, Übertreibungen und Schwankungen sind in einer freien Wirtschaft vollkommen normal. Solche Prozesse gehören zum Leben wie das tägliche Brot auch wenn die meisten davon nicht viel mitbekommen. Es gibt sie schon seit tausenden von Jahren und sie wiederholen sich ständig in einer anderen Art.

Wie seht ihr die aktuellen Entwicklungen an den Märkten?

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