Donnerstag, 18. Juni 2015

4 wertvolle Tipps die man als Dividendeninvestor beachten sollte - Ein Gastartikel von Philipp Haas

Der nachfolgende Artikel stammt von einem Leser meines Blogs, Philipp Haas. Er selbst hat ebenfalls ein Wikifolio mit dem Titel "Nachhaltige Dividendenstars" emittiert. Zusätzlich findet ihr auf seinem Blog investresearch.net fundamentale Aktienanalysen deutscher Nebenwerte. Wenn auch ihr einen kleinen Artikel bei mir veröffentlichen wollt, dann schreibt mir einfach eine kurze Nachricht mit eurem Titelvorschlag.

In Zeiten niedriger Zinsen für das Interesse an Dividendenaktien größer, da viele Deutsche dies als letzten Ausweg sehen und doch noch etwas Rendite für Portfolio zu erzielen.

Im Fernsehen wird dabei für relativ teure Fonds geworben, die in angeblich gute Dividendentitel investieren. Dabei wird aber nicht erwähnt, dass Dividendentitel und Sparbuch etwas völlig anderes sind, da es sich immer noch um Aktien handelt, wo kurzfristig hohe Verluste möglich sind.

Historisch gesehen sind Dividenden für fast die Hälfte der Renditen an den Aktienmärkten verantwortlich. Eine Dividendenstrategie kann durchaus vielversprechend sein, da Anleger eine langfristigere Perspektive haben und eine Aktie nicht als kurzfristiges Spekulationsobjekt kaufen. Man muss dabei aber einige Kleinigkeiten beachten.

1. Reagieren sie nicht panisch wenn der Aktienkurs um 10 oder 20 % fällt, da sie ja auf die langfristige Rendite scharf sind die sich bei sinkenden Kursen auf ihr derzeit eingesetztes Kapital sogar erhöht.

2. Aktien mit hoher Dividendenrendite sind zwar von der Ausschüttung attraktiv, aber kommen meist aus reifen Industrien und das Management hat nicht die Möglichkeit die erzielten Gewinne profitabel anzulegen, weswegen sie ausgeschüttet werden. Das bedeutet, dass die Wachstumsaussichten des Unternehmens meist begrenzt sind. Haben Sie also nicht zu hohe Renditeerwartungen, wenn sie auf Dividendentitel setzen. Die Dividende ist also kein Merkmal für die Qualität eines Unternehmens, da eine niedrige Dividende auch ein Anzeichen sein kann, dass das Unternehmen stark in das Wachstum investiert und so mehr Mehrwert für den Anleger schafft.

3. Auch wenn eine Aktie 20 Jahre lang steigende Dividenden ausgezahlt hat, was es vor allem in den USA vereinzelt gibt, ist sie trotzdem nicht vor Veränderungen gefeit, da Unsicherheiten für die Zukunft bestehen können. Ein Beispiel wäre die Ölindustrie, die durch günstige erneuerbare Energien in Zukunft obsolet werden könnte und daher plötzlich nicht mehr die Möglichkeit hätte hohe Dividenden auszuschütten. Als Anleger sollten Sie also bei einem Investment in eine Dividendenaktie sich überlegen ob diese Firma noch in 10 Jahren so profitabel am Markt agieren wird. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell und eine gute Marke schützen hier ungemein.

4. Es gibt viele Anleger, die nur auf die Dividendenrendite schauen, aber nicht auf die Unternehmensbewertung und Kapitalerhöhungen. Seien Sie daher sehr vorsichtig, wenn Firmen andauernd neue Aktien am Markt ausgeben, aber gleichzeitig eine hohe Dividendenrendite ausschütten. Dies macht wirtschaftlich keinen Sinn, sondern dient nur um Dividendenjäger auf die Aktie aufmerksam zu machen. Schauen Sie sich also auch den Jahresgewinn der Aktie an und wie viel ein Unternehmen davon ausschüttet. Eine gesunde Dividendenpolitik beinhaltet eine Ausschüttung von 30-50 % des Jahresgewinns, wodurch im Unternehmen noch genug Kapital bleibt um Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen und das Eigenkapital zu erhöhen.

Dividenden sind aber als Kapitalerträge mit der Abgeltungssteuer zu versteuern, weswegen es auch Sinn machen kann ein Dividendenwikifolio oder ETF zu kaufen, da ich hier die Dividenden kontinuierlich reinvestiert werden und man, wenn man das Kapital nicht zum täglichen Leben braucht, vom langfristigen Zinseszinseffekt profitiert.

Dies ist auch der Grund, warum ich selber in dem Wikifolio nachhaltige Dividendenstars investiert bin und dort Aktien aussuche, die über ein nachhaltig gesundes Geschäftsmodell verfügen und in den nächsten 10 Jahren deutlich größer sein sollten als heute, aber trotzdem eine gute Dividendenrendite bereits jetzt ausschütten können.

Wer sich mehr mit den einzelnen in diesem Wikifolio enthaltenen Aktien beschäftigen möchte oder einen Eindruck gewinnen möchte wie ich zu diesen Investmententscheidungen komme, dem sei auch meine Webseite investresearch.net empfohlen, wo ich inzwischen in Vollzeit Analysen zu Aktien weltweit veröffentlichen und damit einen Beitrag zu leisten um die Deutschen mehr für Aktien und Geldanlage zu begeistern, sowie mehr Transparenz und Informationen in den Markt zu bringen.



Kommentare:

  1. Ich stimmt vollkommen zu. Ich investiere auch mit der Dividendenstrategie und bin damit sehr zufrieden. Jedoch sollte man sich auch vor zu hohen Dividendenrenditen in acht nehmen. Ich habe vor ca. einem Jahr in Seadrill investiert (Ein Unternehmen welches in der Tiefsee Öl fördert). Damals super. Über 6% Dividendenrendite mit jährlicher Steigerung. Leider hat Seadrill als der Ölpreis so stark unter Druck geraten ist seine Dividende komplett gestrichten. Zusätzlich hat sich der Kurs mehr als halbiert.
    Aus Fehlern kann man lernen! Eine spannende Kennzahl ist für mich auch die Häufigkeit der Aktiensplits.
    Ich habe dazu vor kurzem ein Artikel geschrieben unter
    http://www.frei-mit-42.de/aktiensplit/

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  2. Meiner Meinung nach ist es wohl eher besser direkt zu investieren als ein Zertifikat oder Fonds. Dann spart man sich wenigstens die Gebühren...

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  3. Und hat weitaus weniger Risiko!

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  4. Genau...an Lehmann denkt ja heute keiner mehr...

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