Dienstag, 7. April 2015

Die Top Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe des Quartals: Wal-Mart, Coca Cola, Intel, Oracle, Pfizer

Im ersten Quartal gab es wieder zahlreiche Aktien, die ihre Dividende erhöhten und damit in Zukunft mehr Geld an ihre Aktionäre ausschütten.

Allein im ersten Quartal 2015 verkündeten 414 Unternehmen des amerikanischen Aktienmarktes steigende Dividenden, was sie wohl auch einer stärker werdenden U.S. Konjunktur zu verdanken haben.

Der dabei zunehmende Anstieg des U.S. Dollar Indexes dürfte aber etwas Gegenwind für die Zukunft bringen, welcher aktuell noch von den schwachen Öl- und Energiepreisen abgefedert wird.

Die größten U.S. Aktien mit einer erhöhten Dividendenzahlung innerhalb des ersten Quartals 2015 waren dabei die Klassiker aus dem Dow Jones: Wal-Mart, Coca Cola, Oracle und Intel.


Aktien mit Dividendenwachstum in Q1/2015


Spannend fand ich die erstmalige Dividendenzahlung von Gilead Sciences, dem mittlerweile größten Biotech Unternehmen der Welt. Das Unternehmen verdient mit zwei Medikamenten fast sowie die einige der großen Pharmakonzerne mit ihrem gesamten Pillen-Portfolio.

Gilead kündigte neben der ersten Dividendenzahlung an, ein großes Paket an eigenen Aktien zurückzukaufen; in Summe sollen es $15 Milliarden sein. Bei AbbVie wurde bereits Ende Oktober des letzten Jahres ein Rückkaufvolumen von $5 Milliarden angekündigt.

Dies sind die 10 größten Aktien mit Dividendenwachstum aus dem ersten Quartal:


Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Dividenden Wachstum
Wal-Mart Stores Inc.
2.41%
16.30
15.73
3.23
0.54
2.08%
Oracle Corporation
1.13%
17.84
14.13
3.89
4.79
25%
The Coca-Cola Company
3.29%
25.21
18.71
5.78
3.81
8.20%
Intel Corporation
3.00%
13.79
13.36
2.73
2.71
6.67%
The Home Depot, Inc.
2.07%
24.12
19.01
15.97
1.79
25.53%
Comcast Corporation
1.79%
17.48
15.20
2.71
2.07
11.11%
Cisco Systems, Inc.
3.10%
16.25
11.99
2.41
2.88
10.53%
Schlumberger Limited
2.40%
19.37
21.51
2.82
2.19
25%
United Technologies Corporation
2.19%
17.14
15.16
3.35
1.63
8.47%
Union Pacific Corporation
2.03%
18.86
14.57
4.53
3.98
10%
AbbVie Inc.
3.54%
52.41
11.70
52.89
4.60
4.08%
Kinder Morgan, Inc.
4.36%
42.99
40.34
1.77
5.42
2.27%
United Parcel Service, Inc.
3.02%
29.45
16.74
41.10
1.50
8.96%
Twenty-First Century Fox, Inc.
0.89%
7.89
16.34
3.66
2.18
20%
Time Warner Inc.
1.64%
19.17
14.73
2.91
2.58
10.24%
Ford Motor Co.
3.75%
20.23
8.54
2.51
0.44
20%
Enterprise Products Partners L.P.
4.57%
22.04
21.50
3.41
1.31
1.37%
Colgate-Palmolive Co.
2.21%
29.13
21.08
54.56
3.61
5.56%
Simon Property Group Inc.
2.88%
43.85
34.84
11.95
12.54
7.69%
BlackRock, Inc.
2.41%
18.78
15.58
2.21
5.40
12.95%

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: März 2015


Die größten Aktien mit Aktienrückkaufprogrammen


Aktienrückkäufe wurden deutlich weniger verkündet. Insgesamt waren es 94 Unternehmen, die ankündigten eigene Anteile zu erwerben.

Pfizer, Comcast, Home Depot und Gilead Sciences waren hier die größten Player im Markt mit einer MegaCap von über $100 Milliarden.

Hier sind die größten Aktien mit neuem oder erweiterten Aktienrückkaufprogramm des ersten Quartals 2015:



Unternehmen
Rendite
KGV
KGV Erw.
KBV
KUV
Rückkauf-Volumen in Mrd. Dollar
JPMorgan Chase & Co.
2.89%
11.52
9.44
1.07
4.41
6.4
Pfizer Inc.
3.20%
24.65
15.72
3.09
4.44
11.0
Merck & Co. Inc.
3.09%
14.23
15.31
3.42
3.92
10.0
Bank of America
1.29%
44.34
9.46
0.73
3.21
4.0
Gilead Sciences Inc.
-
13.66
9.75
9.82
6.03
15.0
The Home Depot, Inc.
2.06%
24.29
19.14
16.08
1.80
18.0
Comcast Corporation
1.77%
17.69
15.38
2.75
2.09
10.0
QUALCOMM
2.44%
14.56
12.65
2.95
4.21
15.0
American Express Company
1.33%
14.06
13.52
3.88
2.21
6.6
American International Group
0.91%
10.50
9.80
0.72
1.16
2.5
Lowe's Companies Inc.
1.23%
27.60
19.00
7.23
1.28
5.0
Morgan Stanley
1.10%
22.98
11.03
1.07
1.89
3.1
Colgate-Palmolive Co.
2.19%
29.36
21.24
54.99
3.64
5.0
BlackRock, Inc.
2.37%
19.11
15.86
2.25
5.49
6.0
General Dynamics Corporation
2.01%
17.49
15.06
3.84
1.47
10.0
Bank of New York Mellon
1.69%
18.74
12.97
1.26
13.89
3.1
ASML Holding NV
0.79%
34.84
20.64
5.60
7.00
EUR 1.0
American Airlines Group
0.75%
13.65
6.10
18.76
0.88
2.0
Adobe Systems
-
122.67
22.84
5.57
8.65
2.0
VMware, Inc.
-
40.68
18.07
4.71
5.88
1.0

Quelle: FraSee-Investors.com; Stand: März 2015


Was im Wikifolio geschah...


Das Wikifolio "Werte durch Aktienrückkäufe" konnte seit Jahresanfang um 9,84% zulegen während das Wikifolio "Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum" sich um 10,37% erhöhte. Beide Zertifikate konnten sich dabei relativ gut gegenüber dem Gesamtmarkt entwickeln. Der S&P 500 legte im selben Zeitraum eine Null-Runde hin.


FraSee Wikifolios vom 31.3.2015

Diese Aktien wurden in den Wikifolios neu erworben oder aufgestockt:


Werte durch Aktienrückkäufe

- EMC Aktie

- Agilent Technologies Aktie

- Gilead Sciences Aktie

- American Express Aktie

- Fossil Aktie


Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum

- Woolworths Ltd. Aktie

- Dover Aktie


In Summe lagen die Investmentaktivitäten des ersten Quartals 2015 aber auf der Verkaufsseite. Es wurden deutlich mehr Aktienpositionen reduziert oder verkauft.

Ziel ist es, die Cash-Quote weiter zu erhöhen und Potential für weitere attraktive Investments zu schaffen.


Von der Finanzpresse zum Wikifolio der Woche gekürt


Anfang März schrieb das Handelsblatt und Finanzen100 einen Artikel über meine Wikifolios. Hier sind die Nachrichten für euch zum nachlesen:

- Das Erfolgsrezept Aktienrükkäufe (vom 4.März 2015 auf Finanzen100)

- Mit Dividendenkönigen auf Erfolgskurs (am 5. März auf Handelsblatt.com erschienen)


EZB startet Anleiheaufkaufprogramm


Lange wurde es nur angekündigt und nun doch umgesetzt: Mario Dragi kauft bis September 2016 monatlich für EUR 60 Milliarden Staatsanleihen von Ländern der Eurozone.

Insgesamt sollen es mindestens 1,14 Billionen werden, wobei hier das Wort auf mindestens liegt.

Es ist nicht sicher welche Auswirkungen die Massenflutung des Anleihemarktes hat. Denkbar wäre daher, dass dieses Programm weiter aufgestockt wird wenn es wenig Wirkung auf den Arbeitsmarkt oder das Wirtschaftswachstum hat.

Die Auswirkungen seines Plans, die drohende Deflation und schwächelnde Wirtschaft in Europa anzukurbeln, sind bis heute selbst theoretisch nicht klar abzuschätzen. Das ganze Programm ist zumindest sehr umstritten und gleichzeitig auch brandgefährlich.

Die Idee der Notenbank stützt sich dabei auf eine simple Strategie: Durch den Kauf von Anleihen auf dem Sekundärmarkt sollen die Renditen und damit der Preis der Risikoentlohnung des Kapitals sinken.

Direkt wird so den Banken geholfen ihre Bilanzrisiken zu verbessern und Finanzierungssätze zu reduzieren mit dem Ziel, das Neu-Kreditgeschäft anzukurbeln.

Ein zweiter Effekt wäre, dass Schuldenstaaten ihre Zinszahlungen erleichtert bekommen. Durch die Geldschöpfung und Verwahrung der Anleihen werden zusätzlich auch noch direkt Einnahmen erzielt, die an die Eigentümer der EZB weitergereicht werden.


Verheerende Nebenwirkungen des QE-Programms


Ein großer Nachteil in dem Ankaufprogramm liegt darin, dass die private Nachfrage verdrängt wird und eine Fehlallokation des Kapitals stattfindet.

Wer garantiert denn, dass die Banken auch wirklich Kredite an die hart arbeitende Bevölkerung zu günstigen Konditionen weiterreichen?

Denkbar wäre ja auch, dass diese ihre neuen Möglichkeiten eher mit Spekulationsgeschäften ausschöpfen. Die Wirkung wäre dann, dass die Preise von Aktien und Immobilen steigen, aber die Wirtschaft nach wie vor nicht stärker wächst.

Darüber hinaus führt eine künstliche Entlastung der Finanzierungskosten dazu, dass Reformanstrengungen der Politiker unterbleiben. Warum sollte man denn auch sparsam sein wenn man es nicht zwingend muss.


Sparer und Kleinanleger verlieren Geld


Durch die radikale Null-Zins Politik gibt es keine Entlohnung mehr für Risiko. Es ist auch nicht mehr möglich eine solide Altersvorsorge aufzubauen und mit einer positiven Inflation, wie sie zurzeit ja vorherrscht, findet eine stille Enteignung von Sparvermögen statt.

Darüber hinaus verlieren Banken und Versicherer ihre zins-basierten Einnahmequellen.


Großinvestoren und Spekulanten profitieren


Schon die Ankündigung des Programms hatte weitreichende Wirkung gezeigt. So kauften Spekulanten bereits seit Monaten den Markt leer und drückten die Anleiherenditen weit unterhalb ihrer fairen Risikoentlohnung.

Mittlerweile wird für eine spanische Anleihe weniger Rendite verlangt als für eine Amerikanische. Teilweise werden sogar negative Zinsen im Euroraum gezahlt. Dies bedeutet nichts anderes als das man Geld dafür bezahlt um Schulden zu besitzen. Das alles zeigt schon wie die Finanzwelt auf den Kopf gestellt wurde.

Kein normal denkender Investor würde solche Geschäfte machen. Besonders dann nicht wenn man mit einer zukünftigen Zinserhöhung sein ganzes Fixed Income Portfolio selbst vernichten würde.


Abwertungsdruck auf den Euro


Die strukturelle Schwäche und die zusätzliche Geldschwemme in der Eurozone führen letztlich auch dazu, dass der Euro stetig an Wert verliert. Dieser Effekt ist gewollt, denn über eine schwache Währung verkaufen sich europäische Produkte besser auf dem Weltmarkt.

Letztlich ist aber jeder Export, der aus einer Abschwächung der Währung gewonnen wurde, nicht nachhaltig und als Null-Summen-Spiel in einer globalisierten Welt zu verbuchen.





Hier sind nochmal die großen Kritikpunkte des Anleihekaufprograms:

- Risiko neuer Blasen an den Kapital- und Immobilienmärkten
- Fördert die ungleiche Vermögensverteilung
- Fehlallokation des Kapitals
- Enteignung von Sparvermögen
- Begünstigt Währungskrieg
- Führt zu einem Austrocknen des Sekundärmarktes aufgrund sinkender Handelsvolumina


Die Aufgabe der Notenbank ist es Preisniveaustabilität zu garantieren, Finanzstabilität zu gewährleisten und im dritten Zuge erst die Wirtschaft anzukurbeln.

Zu den Aufgaben einer Notenbank gehört es nicht Staaten zu finanzieren, Währungen zu verwässern oder zu einem Hedgefond zu mutieren.

Das alles verdrängt und verzerrt letztlich die private Nachfrage und kann schmerzliche Krisen verursachen, die wieder mit staatlichen Eingriffen behoben werden müssen. 

Aber vielleicht ist es ja genau das, was damit bezweckt werden soll? Ich denke die Politiker wissen ganz genau was sie da tun!


Technologie Blase 2.0 gewinnt an Fahrt


Die amerikanische Technologiebörse Nasdaq erreichte Anfang März ihr neues All-Zeit-Hoch bei 5.000 Punkten. Alle sprachen von einer neuen Blase am Markt, andere revidierten: Dieses Mal sei alles anders.

In beiden Aussagen liegt etwas Wahrheit verborgen. Besonders außerbörslich, im Biotech und Social Media Bereich explodieren die Bewertungen. 

Snapchat, Pinterest, Ueber, Airbnb erreichen allesamt Bewertungen oberhalb der 10 Milliarden Marke und das, obwohl einige nicht einmal Umsätze generieren.

Aber auch außerhalb des Biotech und Technologie Sektors steigen die Bewertungskennziffern, dank des manipulierten Zinses der Notenbanken.

Wer Aktien kauft muss sehr genau hinschauen was man zu welchen Preisen erwirbt.


Ölpreis auf 6-Jahres-Tief


Der Hausse am Aktienmarkt steht aktuell eine relativ schwache Entwicklung am Energiemarkt gegenüber. 

Der Hauptindikator des Marktes, der Ölpreis, pendelte sich gegen Ende des ersten Quartals bei $55 ein, ein Wert der rund 50% unterhalb des Standes vom Jahresanfang liegt.

Es erscheint positiv, einen niedrigeren Ölpreis zu haben, denn die Inputkosten eines Produktes müssten sinken. Das würde die Anreize für Volumensteigerungen erhöhen. 

Ein niedrigerer Ölpreis führt daher zu deflationären Tendenzen, was zurzeit noch durch den Dollaranstieg abgefedert wird.

Tiefgreifender ist allerdings die Frage was hinter dem dramatischen Preisverfall des Öls steht. Nach vorherrschender Meinung ist es ein Überangebot am Markt welcher mit einer strukturellen Nachfrageschwäche einhergeht.

Der Fracking Boom in Amerika, eine schwächelnde chinesische Wirtschaft, sowie die Uneinigkeit der OPEC-Staaten ihr Angebot zu drosseln scheinen einige der Hauptgründe zu sein.

Die ölschwäche könnte daher auch eine Frage der Zeit sein, denn das Fracking sowie die Förderung von Tiefsee-Öl sind bei den aktuellen Ölpreisen unprofitabel und müssten gedrosselt werden.

Wie seht ihr die aktuellen Entwicklungen an den Märkten?

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