Sonntag, 17. August 2014

13 Aktien die Warren Buffett überraschend kauft

Wie viele andere es tun, so verfolge auch ich beiläufig die Investment Aktivitäten der großen Investoren. Am 14. August war es dann wieder soweit: Ein Großteil der 13F Filings wurde veröffentlicht, unter ihnen war auch Warren Buffett's Berkshire Hathaway. 


Telekom und Kabel Unternehmen vom Meister gesucht


Im Großen und Ganzen gab es hier keine wesentlichen Veränderungen. Buffett setzt weiter auf Cable und Telecom. Er kaufte Charter Communications und stockte den kürzlich erworbenen Verizon Anteil um 36,09% auf.

Ich hatte vor einiger Zeit schon darauf hingewiesen dass Telekom Aktien relativ günstig erscheinen, gemessen am Cashflow. Zusätzlich stockte er den Anteil an Liberty Global auf.

Warren Buffett's letzte Investment Aktivitäten;
Quelle: http://warrenbuffettstockportfolio.com

Bei dem Charter Communications Kauf tappe ich allerdings noch etwas im Dunkeln. Gut, es ist nur ein $365 Millionen Investment, aber schaut euch mal die Fundamentaldaten an:

Bereinigtes Income Statement Charter Communications; Quelle: MSN Money

Naja, die Umsätze haben sich um fast 70% erhöht in den letzten 10 Jahren, aber wo sind die Gewinne? Auf den ersten Blick ist es ein eher untypisches Investment für Warren Buffett. Für mich wäre es jedenfalls nichts.


General Motors Anteil wird aufgestockt


Auch uninteressant wäre für mich das GM Investment, welches er um 9,86% erhöhte. Mit Sicherheit hat GM eine starke Position im amerikanischen Automarkt und setzte zuletzt rund $155 Milliarden um, ein Wert der sogar über dem von Ford mit $147 Milliarden lag.

Jedoch mag ich die Schwankungen und die hohen Investitions-Anforderungen des Automobilsektors nicht. Wahrscheinlich achtet Warren Buffett hier eher auf die großen Eintrittsbarrieren; aber mit VW haben wir ja schon gesehen dass es auch für größere Konzerne möglich ist in Amerika auf Kosten der einheimischen Marken zu expandieren.

Vielleicht ist aber auch die Bewertung von aktuell rund $54 Milliarden einfach nur spannend. Im Jahr 2011 hatte es GM zumindest geschafft $9,2 Milliarden Gewinn zu machen. Das erwartete KGV liegt bei 7,42.


Big Four bestimmen weiter die Performance


Dominant bleiben auch weiter seine Big 4 (Wells Fargo, Coca Cola, American Express und IBM). Diese 4 Positionen machen rund 63,6% des Portfolio Vermögens aus.

Wie seht ihr die aktuellen Bewegungen im Portfolio von Warren Buffett? Würdet ihr genauso handeln?

Sonntag, 10. August 2014

Adidas - Der Fluch der hohen Erwartungen

Der folgende Beitrag ist von einem talentierten Blogger der sich auf Value Aktien spezialisiert hat. Der Artikel bezieht sich auf den starken Kursverfall von Adidas in den letzten Tagen. Im Internet findet ihr seinen Blog und mehr gehaltvolle Artikel zum Thema Value und Bewertung unter www.preis-und-wert.com. Schaut einfach mal rein.

Etwas vorab zu mir: Hallo, ich bin Tobias, Student, und schreibe hier als Gastautor, betreibe aber meinen eigenen, oben genannten Aktienblog über die Aktienbewertung und das Value Investing. Ich freue mich natürlich über Besucher und Kommentare von euch!

Für Adidas-Aktionäre müssen die letzten Tage ein Schock gewesen sein. Nachdem man zum Jahreswechsel noch mehr als 90€ je Aktie zahlen musste, war der Kurs schon auf 70 abgesackt - trotz der erfreulichen WM - und dann noch eine Gewinnwarnung am Donnerstag. 

Als Reaktion gibt es den größten Tagesverlust, den die Adidas-Aktie jemals erleiden musste, und der Kurs rauscht auf unter 60€ hinunter. Dabei stellt sich die Frage: warum geht es gerade hier so stark abwärts? Ist das begründet oder bieten sich für den langfristig denkenden Anleger Chancen? Zunächst einmal sollte man sich als Anleger immer stärker an den Fakten orientieren, als an der Reaktion der anderen. Also hier die Entwicklung:


2010 2011 2012 2013 2014 neu (alt)
Umsatz [Mio €] 11990 13322 14883 14492 15360 (15650)
Gewinn [Mio €] 567 613 526 787 650 (880)

Die alten Prognosen für 2014 (in Klammern) beziehen sich dabei auf den Mittelwert des angepeilten Gewinns (830-930 Mio.) und ein Umsatzwachstum von 8% (hohes einstelliges Umsatzwachstum) , die 15360 der neuen Prognose entsprechen 6% Wachstum. Zu beachten ist, dass die Prognosen währungsbereinigt abgegeben wurden. 

Die beklagten Währungsverluste führen zu zusätzlich schwächeren Zahlen bei Umsatz und Gewinn - die Währungskurse sind aber auch nicht vom Management zu prognostizieren. Mein Blick auf die Zahlen sagt nun: der Gewinn bleibt im Mittelwert der vergangenen Jahre, also schön und stabil, der Umsatz wird solide weiter gesteigert. Die Reaktion des Marktes sagt aber: Adidas ist plötzlich 2 Milliarden Euro weniger wert!

Ist das tatsächlich der Fall? Nun ja, man sagt an der Börse werden Zukunftsaussichten gehandelt. Wenn man für die nächsten 10 Jahre weiter in jedem Jahr mit einem um 200 Millionen geringer ausfallenden Gewinn rechnet, also die Anpassung fortschreibt, ist das sogar realistisch. Allerdings dürfte der Markt auch das Potential sehen, dass die momentanen Probleme behoben werden. 

Wenn das passiert, dann sind auch schnell wieder höhere Gewinne möglich. Die naheliegendste Vermutung, um diesen Kurssturz zu erklären, ist aber eine andere: die Erwartungen an Adidas waren einfach übertrieben hoch. Viele dürften gehofft haben, dass die WM einen zusätzlichen Schub zu den Verkaufszahlen liefert, gerade weil ja Deutschland als Weltmeister von Adidas ausgerüstet wird. 

Einige dürften auch noch das Ziel, 2015 schon 17 Milliarden umzusetzen im Kopf gehabt haben. Daran, dass eine WM aber auch enorme Werbekosten verursacht, und dass das Management die WM-Effekte schon voll eingeplant haben könnte, muss man natürlich auch denken. 

Die Frage ist daher: Was hätte gerechtfertigt, im Januar bei 90 € in die Adidas-Aktie einzusteigen, also Adidas mit über 18 Milliarden € zu bewerten? 

Eigentlich nur die Hoffnung, auf noch schnelleren Gewinnanstieg als selbst die Unternehmensleitung es für realistisch hielt. Natürlich sind die langfristigen strukturellen Aussichten für Adidas hervorragend, aber das sind sie heute genau wie vor einem halben Jahr. In meinem Blog habe ich die langfristigen Vorteile, die allgemeine Börsensituation und die Lage bei Adidas im Artikel "Kursrutsch: Sollte man jetzt Adidas-Aktien kaufen?" genauer beschrieben. 

Schaut zum weiterlesen gerne auch da vorbei! 

Fazit: Die Erwartungen auf steigende Gewinne können die Kurse stark nach oben treiben. Aber je mehr die Erwartung gehandelt wird, desto stärker ist die Gefahr eines Rückschlags, wenn diese enttäuscht wird. Bei der aktuellen Bewertung des Aktienmarktes könnte es noch einigen Firmen ähnlich ergehen. Ich wünsche euch, dann nicht die leidtragenden zu sein!

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Montag, 4. August 2014

Warum die Aktienmärkte fallen...Adidas und Fuchs Petrolub von Verkäufen geplagt

Wenn die Angst um sich geht.....kann es für Investoren gefährlich werden. "Gier frisst Hirn" ist ein weit verbreitetes Sprichwort am Kapitalmarkt und es scheint wohl ganz gut zu beschreiben was in den letzten Jahren passierte.

Der Leitsatz bezieht sich auf den Trieb mehr Gewinne zu machen und dabei das Risiko und die Kontrolle über das was man da eigentlich tut vollkommen aus den Augen verliert.


Der Gegenpart zur Gier ist die Angst. Diese lässt die Aktionäre in den letzten Wochen nicht mehr los. Es hat sich jetzt scheinbar rumgesprochen dass Aktien nicht mehr günstig sind. Jeder weiß es, aber Alle machen munter weiter. 


Analysten prognostizieren für Anfang/Mitte 2015 steigende Zinsen von den großen Zentralbanken. Meist ist ein solcher Prozess der Anfang einer Zinswende die irgendwann der Hausse am Markt die Luft ausgehen lässt oder auch eine Blase zum Platzen bringen kann; welche das auch immer sein mag.


Auffallend ist jedenfalls wie stark Unternehmen abgestraft werden wenn eine Prognose kassiert wird. Adidas wurde am letzten Donnerstag mit 16% verprügelt weil sie ihre Gewinnprognose gesenkt haben und die mittelfristigen Ziele aufschoben.


Wie man aus dem angelsächsischen Raum hören konnte wurde Adidas bei Goldman Sachs 
von der Conviction Buy List entfernt, andere Banken handelten ähnlich.

Fuchs Petrolub verlor am Freitag Morgen nach einer Gewinnwarnung zu Handelsbeginn über 10%, konnte sich jedoch wieder ins Plus retten. 


Die Liste der Aktien die wahrlos aus dem Portfolio gefeuert werden um das Risiko zu reduzieren lässt sich leicht fortsetzen. Dabei spielen der Nahost-Konflikt und die Ukraine-Krise nur bedingt eine Rolle.


Meist sind es Technologiewerte wie Amazon oder solche bei denen die Messlatten ohnehin sehr hoch lagen. Was auch immer hinter den Angstverkäufen steckt, der Dow Jones fiel letzte Woche unter dem Jahrespunktestand vom 31. Dezember 2013 und hat damit bisher eine Nullrendite für das Jahr 2014 erreicht.

Die Frage ist, wie geht es jetzt weiter? Was denkt ihr...kriegen wir eine positive Rendite zum Jahresende oder fällt der Dow weiter?

Euer FraSee

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