Montag, 23. Juni 2014

Tesla Motors: Eine spannende Wette auf das Massen-Elektroauto?

Eines der High-Fly Investments am Markt ist aktuell Tesla Motors. Das Unternehmen möchte das Elektro-Auto als Massenprodukt am Markt platzieren und damit eine neue Ära der Automobilindustrie einleiten.

Das Ganze hört sich nicht nur sehr gewagt und riskant an, das ist es auch. Mit Sicherheit ist die Idee eines Elektroautos gut, denn man kann damit die Emissions- und Lärmbelastung in den Städten deutlich senken. 

Auch technisch können E-Autos an den Leistungen der bisherigen Verbrennungsmotoren ganz gut anknüpfen nur würde das generelle Problem des CO2 Ausstoßes und der Erderwärmung nicht gelöst wenn der Strom weiter aus Kohle und Öl hergestellt wird. 

Tesla erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von $73.000 bei einem Verlust von $78,2 Millionen. Im letzten Jahr wurde ein Umsatz von $2 Milliarden erzielt, aber der Verlust betrug immer noch $74 Millionen.

Wie man gut sehen kann gibt es eine gewisse Nachfrage nach teuren E-Autos jedoch kann erst ab einer gewissen Stückzahl gewinnbringend produziert werden. 


Tesla Motors Bereinigtes Income Statement, Quelle: MSN Money

Bis heute hat Tesla nur Verluste erzielt und lebt von Zukunftsvisionen und dem Vertrauen der Investoren. Diese bezahlen heute rund $25 Milliarden für die Visionen von Elon Musk, der permanent steigende Absatzzahlen präsentieren muss. Zum Vergleich: BMW ist mit rund EUR 60 Milliarden bewertet, liefert aber EUR 76 Milliarden Umsatz und über EUR 5 Milliarden Gewinn.

Das ganze Projekt ist aus meiner Sicht eine extrem riskante Wette, denn sie funktioniert nur wenn genügend Menschen Tesla Autos kaufen. Diese sind aber noch viel zu teuer für die breite Masse.

Meiner Meinung fehlt bei dem Ganzen auch die Diskussion über die Energiekosten je Kilometer. In den Medien wird nie darauf eingegangen dass Strom auch Geld kostet und Batterien aufgeladen werden müssen. Das Fahren wird also nicht kostenlos, auch wenn Elon kostenlose Tankstellen in ganz Amerika anbieten möchte nur um sein Auto für die Masse attraktiv zu machen.

Elon plant zudem für rund $5 Milliarden eine Giga-Fabrik zu bauen in der billige Batterien in hoher Stückzahl produziert werden. Das Ganze soll die Kosten des E-Vehikels deutlich senken. Zudem werden Patente des Unternehmens freigegeben um den Tesla Batterie Standard weltweit zu etablieren.

Wie seht ihr das Tesla Investment? Ich bleibe sehr skeptisch bei dem ganzen Projekt besonders wenn ich mir überlege mit welchem Risiko/Chancen Profil hier gearbeitet wird und welche Preise dafür gezahlt werden. Eurer FraSee.

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Disclosure: Ich halte keine Aktien oder Derivate/Obligationen von Tesla Motors. Auch plane ich keine Long/Short Aktivitäten auf das Unternehmen in den nächsten 72 Stunden. Ich erhalte keine Bezahlung für das Schreiben über Investment Themen oder spezielle Aktien.

Sonntag, 15. Juni 2014

Preis und Wert: Wo die Rendite für Investoren liegt...

Jeder von euch hat schon einmal den Unterschied zwischen Preis und Wert gehört. Im Kern geht es darum dass Preis etwas ist das man bezahlt und Wert etwas das man für den Preis bekommt.

Dabei kann es schon einmal vorkommen dass Preis und Wert nicht identisch sind. Wenn ein Investor ein Asset überbezahlt, dann bemisst er einen hohen Preis und bekommt dafür wenig Wert.

Solche Probleme gibt es nicht nur am Kapitalmarkt, sondern treffen uns in vielen Lagen des Lebens, beim Autokauf, dem Lebensmitteleinkauf...dem Versicherungsabschluss….etc.

Ich hatte vor kurzem ein altes Buch von Standard&Poor's aus dem Jahr 1997 herausgesucht und dabei mal die Bewertungskennzahlen großer U.S. Konzerne durch gestöbert.

Verglichen mit den dortigen Zahlen können wir heute definitiv nicht von einer Blase sprechen. Im Dividendenwachstumsbereich gab es viele Unternehmen die eine Rendite von gerade einmal 0,5% - 1,5% zahlten. Sicherlich waren die Ausschüttungsquoten etwas geringer und das Wachstum im Durchschnitt etwas höher aber die Tendenz war relativ klar: Es gab wenig Dividenden für Aktionäre aber hohe Preise die sie dafür zahlen mussten. Diese lagen zwischen 20 und 30, teilweise sogar über 50, gemessen am Earnings-Multiple!

Auffallend fand ich auch die Bewertungsspannen mit der Aktien gehandelt wurden: Innerhalb eines Jahres konnte man Aktien mit einem 10er KGV erwerben und diese für ein 17er KGV verkaufen. Wer zu hoch kaufte, der musste teilweise 5 Jahre mit einer Nullrendite auskommen. Bei einer 0,5% Dividendenrendite ist das kein wirklich gutes Investment.

Das Ganze hat mir wieder gezeigt dass es doch irgendwie wichtig ist nicht zu viel für Aktien zu bezahlen. Manchmal lohnt es sich einfach etwas zu warten bis der Preis und Wert nahe beieinander liegen. Bis dahin weiter frohes investieren...euer FraSee

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