Montag, 26. Mai 2014

9 Aktien die Warren Buffett aktuell noch kauft

Warren Buffett ist eine lebende Legende. Seine Art über Investments nachzudenken und nicht zuletzt sein stetiger Erfolg und die Bodenständigkeit haben ihn zu einem der ansehnlichsten und einflussreichsten Investoren der Welt gemacht.

Vor kurzem überschritt der Marktwert seines Portfolios die $100 Milliarden Marke. Viele Marktteilnehmer beobachten seine Aktivitäten mit Argus Augen, kopieren und diskutieren seinen Schritte. 

Auch ich schaue ab und zu auf Warren's Tätigkeiten wobei ich nicht viel von kopierten Investment Ideen halte. Jeder sollte seinen eigenen Stil entwickeln und danach handeln, aus seinen Fehlern lernen und sich weiter entwickeln. Das alles das zeichnet einen guten Wertpapiermanager aus.

Im letzten Quartal erwarb Warren Buffett zwei neue Aktien, Verizon und Liberty Global. Zusätzlich erhöhten er und seine Investmentberater sieben bestehende Positionen. 

Am meisten hat mich dabei der Verizon Kauf verwundert, wobei es ja nur ein $500 Millionen Investment war.

Ich denke schon seit längerem über die Telco's in Amerika nach, besonders jetzt wo der Dollar etwas schwächer geworden ist. AT&T wäre für mich aber wohl ein besseres Investment. Dieses und vier weitere Unternehmen aus dem Sektor halte ich auch in meinem Wikifolio "Nachhaltig Globales Dividenden Wachstum".

Telco's werden noch mit dem 12-fachen des möglichen Free Cashflows bewertet während andere Geschäftsmodelle mit ähnlich stabilen Zahlungsströmen bereits mit dem 30-fachen gehandelt werden.

Wie seht ihr den Sektor und die Käufe von Warren Buffett?


Quelle: warrenbuffettstockportfolio.com

Sonntag, 11. Mai 2014

Kann man mit Aktien noch Rendite erzielen? Ein Kommentar zur Kapitalmarktsituation

Ich schaue schon seit längerem dem Treiben am Kapitalmarkt nur noch passiv zu. Langsam bekomme ich das Gefühl dass die Märkte überhitzt sind. Stimmen aus dem Bullenlager gibt es immer, die den Markt billig reden in dem sie einfach höhere Wachstumsprognosen ausrufen. 

Am häufigsten kommen sie von Analysten der Investmentbanken, denn sie verdienen am Kauf und Verkauf der Aktien...und je mehr gehandelt und umgeschichtet wird desto mehr profitieren sie auch. Aber das ist nicht wirklich eine große Sorge die mich beschäftigt.

Viel schlimmer ist dass es eine zweite Technologie-Blase zu geben scheint, aufgeheizt durch Scheingewinne und billiges Geld. 

Für Technologie Geschäftsmodelle, egal ob diese bereits Gewinne abwerfen oder nicht (wie im Falle Tesla), werden schon seit längerem Mondscheinpreise gezahlt. 

Nicht zuletzt verdeutlicht dies der anstehende Alibaba IPO. Das chinesische Internet- und E-Commerce Konglomerat könnte eine Marktbewertung von $200 Milliarden erzielen und $15 Milliarden an Cash einsammeln. Das würde dem 35-fachen des Umsatzes ($5,66 Milliarden) entsprechen. Mutig! 

Analysten der Investmentbanken loben Alibaba in den höchsten Tönen um Investoren zu gewinnen aber es lohnt sich immer ein zweiter, kritischer Blick. 

Ich meide solche Momentum Aktien wie der Teufel das Weihwasser. Mit Sicherheit verfügen viele Technologieaktien über "Deep Values" die sich nicht so leicht zerstören lassen aber die Preise sind einfach zu hoch; ein Ausdruck dafür wie verzweifelt Investoren sein müssen um fast jeden Preis für Wachstum zahlen.

Auch im Pharma-Sektor gilt die Devise "Wachstum um jeden Preis". Hier hat Bayer die OTC-Sparte von Merck für $14,2 Milliarden erworben; ein Umsatzfaktor von 6,4 und ein EBITDA-Multiple von 21.

Billiges Geld feuert nicht nur die M&A Deals an, sondern beflügelt auch die Aktienrückkäufe der Unternehmen. Mittlerweile kaufen viele Unternehmen auf Kredit eigene Aktien zurück weil ihre Dividendenrenditen höher sind als die langfristigen, künstlich manipulierten Zinsen. Auch mein Wikifolio "Werte durch Aktienrückkäufe" konnte hier ein wenig profitieren.

Dabei sitzen Konzerne wie Apple oder Pfizer auf hohen Milliarden Barreserven die sie nicht repatriieren möchten weil sie sonst hohe Steuern auf ihre Auslandsvermögen zahlen müssten. Investment-technisch ist das gefährlich, denn sie blähen ihre Bilanzen immer weiter auf und laufen Gefahr falsche, steuerlich motivierte Offshore Investments zu tätigen die ihr profitables Geschäftsmodell verwässern. Am Ende könnten sie auch von neuen Steuerregelungen überrascht werden.

Auch Investoren spielen auf dieser Geldschwemme mit. Die Aktienkäufe auf Kredit (Margin Debt) an der NYSE erreichen neue Höchststände, Werte die es nie zuvor gegeben hat. Gier treibt die Märkte und frisst leider auch viel Hirn. Es haben so viele Menschen über die letzten fünf Jahre viel Geld verdient und sie beleihen ihre bisherigen Profite um noch mehr Geld zu verdienen.

Aus meiner Sicht deutet vieles auf eine Korrektur hin, die aus ökonomischer Sicht mehr als sinnvoll wäre. Diese muss aber nicht eintreten und ich würde es mir wünschen wenn sich die Märkte langsam und stetig nach oben entwickeln. 

Grundvoraussetzung wäre allerdings auch ein solides, reales Wirtschaftswachstum der Volkswirtschaften und keine Störfeuer wie es aus der Ukraine kommt oder aus dem Schatten-Bankensystem in China. Die Vergangenheit hat gezeigt dass es keine Ökonomie ohne externe Schocks gibt. 

Ich mag keine Märkte die von Spekulanten heiß gekauft werden, ich mag keine Märkte in denen Geld nahezu kostenlos ist und jeder sich fast alles leisten kann. Das ist eine Illusion des Sozialismus.

In solchen Märkten kann man keine langfristig sinnvolle Rendite erzielen. Viele kaufen heute Momentum Aktien und warten einfach nur darauf dass jemand anderes einen höheren Preis für ihr Investment zahlt. Letztlich bleibt es jedem frei zu entscheiden ob er dieses Spiel mitspielt oder nicht. Ich tue es nicht. Was macht ihr?

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